Heiligabend ohne Außenbar

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An Heiligabend wird die Innenstadt voll.  Foto: 

Einfach war es nicht, am Schluss konnte aber ein Konsens gefunden werden. Der Morgen des Heiligabends in der Reutlinger Innenstadt wird in diesem Jahr ein wenig anders.  Weil der 24. Dezember nach vielen Jahren wieder auf einen Sonntag fällt, gibt es eine Sonderreglung für die Kneipen, die seit einigen Jahren tausende Feiernde anziehen und nicht nur im Innenbereich, sondern vor allem an den Außenbars ihre vorwiegend alkoholischen Getränke abverkaufen. Eben diese Außenbars sind in diesem Jahr im Umfeld der Marienkirche nicht genehmigt. Der betroffene Bereich zieht sich über den Weibermarkt, den Platz rund um die Marienkirche und in die Oberamteistraße bis zum Heimatmuseum. In den vergangenen Jahren lockten mehr als 20 Außenbars die Trinkfreudigen an. Vor allem die Oberamteistraße ist dann so voll gepackt, dass es kaum noch ein Durchkommen gibt.

In diesem Jahr kollidieren die Interessen. Denn an Heiligabend findet um 10 Uhr der normale Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Marienkirche statt. Und weil Gottesdienste einem besonderen Schutz unterliegen, musste ein Konsens gefunden werden, wie Ordnungsamtsleiter Albert Keppler es erklärt. In diversen Gesprächen habe man ein  Einvernehmen erzielt: Die Gastronomie ist geöffnet, auf den klassischen Abverkauf im Außenbereich wird in diesem Jahr allerdings verzichtet. Die Außenbars erhielten keine Genehmigung. „Die RGI (Reutlinger Gastro-Initiative, Anm.d.Red.) hat das akzeptiert“, sagt Keppler.

Auch bundesweit hat der 24. Dezember in diesem Jahr bereits im Vorfeld für Schlagzeilen gesorgt. Eine Sonderregelung in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern räumt Geschäften, vorwiegend im Lebensmittelbereich, das Recht ein, bis zu drei Stunden zu öffnen, allerdings bis spätestens 14 Uhr. Die Gewerkschaft Verdi hat bereits im Vorfeld zum Boykott aufgerufen, die Mehrheit der Deutschen will laut einer aktuellen Umfrage an Heiligabend ebenfalls die Geschäfte meiden. Ob sie das tatsächlich tun, oder dann, bei entsprechendem Angebot, doch noch den Großeinkauf starten und die letzten Geschenke erstehen, bleibt abzuwarten.

In der gesamten Reutlinger Innenstadt sei das Ganze kein Thema. „Ich habe von niemandem im Umfeld gehört, der öffnen will“, sagt Christian Wittel, Vorsitzender von RTaktiv. Für den normalen Einzelhandel wäre ohnehin eine Sondernutzungsregelung verbunden mit einem Event nötig. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas am vierten Advent genehmigt wird.“

Bereits im Sommer hatten die Stadt Reutlingen und RTaktiv eine entsprechende Umfrage bei den Einzelhändlern der Innenstadt gestartet. Die Meinung war einhellig: Die Einzelhandels-Geschäfte bleiben an Heiligabend zu. Ausgenommen Bäcker, die auch an normalen Sonntagen öffnen. So zum Beispiel das Bäcker- und Caféhaus Veit an der Marienkirche, das von 8 bis 13 Uhr seine Türen aufschließt.

Im vergangenen Jahr hatten 26 Lokale die Lizenz zum Ausschank am Vormittag des Heiligabends und dann bis 15 Uhr erhalten. Rund um die Marienkirche und in der Oberamteistraße sind in diesem Jahr keine Außenbars genehmigt.

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