Hausmann: Stadt war komplett zu

"Reutlingen war komplett zu", sagt Rudolf Hausmann. Zwischen 250 und 300 Beschäftigte beteiligten sich gestern an Warnstreikaktionen.

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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat gestern mit Warnstreikaktionen den Druck auf die Arbeitgeber im Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe erhöht. Zwischen 250 und 300 Beschäftigte - darunter auch viele von Subunternehmern - seien in Reutlingen und Tübingen im Ausstand gewesen, sagte Rudolf Hausmann, der die Verhandlungen für die Gewerkschaft führt. Martin Gross, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Fils-Neckar, sprach von einer "brutal hohen Beteiligung".

Aus Sicht des Verbandes Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V. (WBO) ist der punktuelle Warnstreik im privaten Omnibusgewerbe Baden-Württembergs weitestgehend ruhig verlaufen, wie WBO-Verhandlungsführer Eberhard Geiger von der RSV bestätigte.

Durch die frühe Vorankündigung habe sich die Bevölkerung auf den punktuellen Ausfall der Buslinien einstellen können, heißt es in einer WBO-Pressemitteilung. Dennoch habe es gestern, sagte Geiger, "etliche Anrufe von Leuten gegeben, die sich beschwert haben".

Auch sei kein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen durch vermehrte Nutzung von Privatwagen gemeldet worden. Anders als beispielsweise in Tübingen habe Verdi, kritisierte die WBO, in Reutlingen den Abschluss einer Notdienstvereinbarung verweigert. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich die Fahrgäste mit einem Komplettausfall der Linien konfrontiert sehen und etliche Fahrgäste an den Bushaltestellen stranden. Das sei vor zwei Jahren noch anders gewesen. Damals wurde eine solche Notdienstvereinbarung getroffen. Trotz intensiver Bemühungen des RSV sei die Gewerkschaft dieses Jahr nicht zu einem solchen Schritt bereit gewesen. Die Busunternehmer forderten Verdi erneut auf, "an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Bevölkerung nicht nochmals mit Warnstreiks zu belasten".

Wie gehts jetzt weiter? Diese Woche werde es keine weiteren Aktionen geben, sagte Hausmann auf Nachfrage. "Wir lassen den Arbeitgebern eine kleine Denkpause."

Sollte jedoch kein Angebot von Arbeitgeberseite kommen, will Verdi die gewerkschaftlich gebundenen Beschäftigten noch vor der Sommerpause zur Urabstimmung aufrufen, wie der Verdi-Verhandlungsführer betonte.

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