Hantavirus: Starker Anstieg der Erkrankungen

Beim Hantavirus in Baden-Württemberg wurde ein starker Anstieg regisitriert. Es gab mehr Erkrankungen in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen.

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Noch nie wurden in einem ersten Vierteljahr so viele Erkrankungen durch das Hantavirus registriert, wie in diesem Jahr. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilt, wurden aus den Landkreisen Reutlingen und Tübingen deutlich mehr Fälle für die ersten drei Monate an das Robert-Koch-Institut gemeldet als im Vorjahr.

Für den Kreis Reutlingen waren es im ersten Quartal 34 Fälle, dass sind dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr. Für den Landkreis Tübingen mit 19 gemeldeten Fällen liegt der Wert bereits weit über dem für das gesamte Jahr 2011 mit drei Erkrankungen. Landesweit sind im ersten Quartal schon 287 Krankheitsfälle aufgetreten. Selbst in den bisherigen "Rekordjahren" 2007 und 2010 waren es im gleichen Zeitraum mit 87 beziehungsweise 157 Erkrankungen deutlich weniger.

Das Hantavirus wird von der Rötelmaus, auch Waldwühlmaus genannt, übertragen und kann plötzliches Fieber, Rücken-, Kopf- und Bauchschmerzen verursachen. Zusätzlich kann die Nierenfunktion gestört werden oder sogar ein akutes Nierenversagen auftreten. Zu Infektionen kommt es meist dann, wenn Menschen mit dem Kot, Urin oder dem Speichel der Mäuse in Berührung kommen. "Das ist gerade jetzt im Frühjahr häufig der Fall, wenn in Scheunen, Lagerschuppen, Wochenendhäusern, Dachböden oder Garagen sauber gemacht und dabei Staub aufgewirbelt wird", so Bettina Bruder, Sprecherin der TK in Reutlingen. Der Erreger wird eingeatmet (Tröpfcheninfektion) und gelangt so in den Körper.

Da sich die Rötelmaus hauptsächlich von Bucheckern ernährt, werden aus Gebieten mit Buchen- oder Mischwäldern entsprechend viele Krankheitsfälle gemeldet. Besonders viele Fälle wurden in den Kreisen Göppingen (34), Stuttgart (31) und Esslingen (25) registriert.

Um die Ansteckungsgefahr beim Reinigen der genannten Räume zu verringern, empfiehlt die TK diese vor dem Saubermachen mindestens 30 Minuten zu lüften. Vorsorglich sollten beim Putzen Mundschutz sowie Einweggummihandschuhe getragen und möglichst wenig Staub aufgewirbelt werden. Patienten, die nach Reinigungsarbeiten an grippeähnlichen Symptomen leiden, sollten dem behandelnden Arzt einen Hinweis auf die Möglichkeit einer Infektion mit dem Hantavirus geben.

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