Handschrift: Neue Initiative trotzt Tastaturen

Die Handschrift ist tot - es lebe die Handschrift: Meinungsforscher sehen das Handgeschriebene bei der "Generation Smartphone" im Aufwind.

|

Kein Arbeitsplatz ohne Computertastatur, jedes Mobiltelefon mit echten oder virtuellen Tasten - die Zeiten scheinen schlecht zu sein für das handgeschriebene Wort. Die neue "Initiative schreiben" setzt dem Tastaturgeklapper ein Programm zur Förderung von Schreibkompetenz und -freude entgegen. Rückenwind gibt ihr eine Umfrage des Reutlinger Pragma-Instituts, das mehr als 1000 Menschen über 16 Jahre nach ihrer Einstellung zur Handschrift gefragt hat.

Von einer Geringschätzung des Handgeschriebenen kann demnach keine Rede sein. 89 Prozent stimmen der Aussage zu: "Handgeschriebenes ist von besonderem Wert." Überraschenderweise liegt der Anteil der Unterstützer dieser Aussage bei den 16- bis 30-Jährigen - also der Generation Smartphone - sogar noch um zwei Prozent höher. Und nach Ansicht von 71 Prozent sollten Füller, Bleistift und Papier wieder vermehrt eingesetzt werden.

Für 79 Prozent bleibt das Erlernen der Schreibschrift ein pädagogischer Auftrag. In den vergangenen Jahren gab es einige Studien, die den Nutzen der sprachlichen "Handarbeit" belegen. Schreibende Kinder haben besser entwickelte Hirne, lernen genauer Buchstaben und Formen erkennen, schulen ihre Feinmotorik und können ihre Kreativität einfacher entfalten.

Für die "Initiative Schreiben" bedeuten solche Erkenntnisse Rückenwind. "Es ist unsere gesellschaftliche Verpflichtung und Mission, den Menschen die Freude an der Handschrift zurückzugeben", sagt deren Vorsitzende Stefanie Hanfstingl-Kariger. Mit Aktionen will sie insbesondere Kinder fürs Schreiben per Hand begeistern. Reiner App vom Pragma-Institut, führt inzwischen nebenamtlich die Geschäftsstelle der Initiative. Seine Überzeugung: "Handschrift ist klug und kreativ."

Wem das Kritzeln auf Papier im 21. Jahrhundert dennoch zu antiquiert vorkommt, der hat die Möglichkeit, elektronische und analoge Welt zusammenzubringen. So gibt es für Tablet-Computer und Smartphones Anwendungen, bei denen man mit dem Finger oder einen Spezialstift per Hand ins System schreiben kann. Ein andere Technik überträgt das mit einem elektronischen Stift auf Papier Notierte unmittelbar in den heimischen Rechner - so dass bei einer Vorlesung Notiertes akustisch überprüft werden kann.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

 „Mogli“ hilft den Pädagogen

Sechs weitere Projekte im laufenden Jahr unterstützt das Spendenparlament mit insgesamt 12 885 Euro. weiter lesen