Gutachten soll jetzt Klarheit bringen

Ein 50-Jähriger muss sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Ein Gutachten soll die Glaubwürdigkeit des Opfers beleuchten.

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Sie waren Bekannte und haben auch mal gern einen über den Durst getrunken. Doch beim Gläschen Wein ist es da meist nicht geblieben. Vielmehr waren es schon handfeste Trinkgelage. Bei einem dieser Treffen soll ein 50-Jähriger im März seine Bekannte vergewaltigt haben. Seit Prozessbeginn am Amtsgericht befindet er sich auf Anordnung von Richter Eberhard Hausch in Untersuchungshaft.

Als die Verhandlung vergangenen Mittwoch fortgesetzt wurde, standen die Verletzungen des 50-Jährigen im Mittelpunkt. "Nach einer Woche waren noch sehr kräftige Bissspuren zu erkennen", sagte ein Polizist, der die Tat aufgenommen hatte, im Zeugenstand aus. Dabei habe ihn der Angeklagte wohl noch angeblafft, dass er früher mit dem Erscheinen der Beamten gerechnet habe.

Dass es ohne ein Aufeinandertreffen der Frau und des Mannes keine Verletzungen gegeben hätte, unterstrich zudem Rechtsmediziner Prof. Frank Wehner vom Universitätsklinikum Tübingen. Vor allem bei dem kräftigen Biss am Oberarm dürfte es sich um eine schmerzende Verletzung gehandelt haben. Zudem sei es möglich, dass die Kratzer am Hals des Angeklagten mit Fingernägeln zugefügt worden seien. Darüber hinaus hätte das vermeintliche Opfer ebenfalls frische Kratzer auf der Brust und Schürfungen an den Knien gehabt, die ein Sturz hervorgerufen haben könnte.

"Der Vorwurf ist habhaft", sagte deshalb Amtsrichter Hausch. Verteidiger Achim Unden sieht den Verdacht trotzdem nicht als erwiesen an und beantragte, ein psychologisches Gutachten über die Glaubwürdigkeit der Mittdreißigerin zu erstellen. Zumal bei dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer ein Blutalkoholwert von knapp 2,5 Promille festgestellt worden sei.

An der Glaubwürdigkeit der Frau zweifelte Meta Lindenbach, Vertreterin der Nebenklage, trotzdem nicht. Denn: "Das Opfer hat eine klare Aussage gemacht." Auch wenn der Verteidiger des Angeklagten von zunächst mehreren Angaben über den Tathergang gesprochen hatte.

Ob letztlich ein psychologisches Gutachten über die Frau erstellt wird, wird am Donnerstag, 23. August, um 9 Uhr bekanntgegeben. Dann wird auch die Verhandlung wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung fortgesetzt.

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