Gustav Werners Erbe erhalten

Am heutigen Samstag feiert die Bruderhaus-Diakonie ihr 175-jähriges Bestehen. Dies nimmt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zum Anlass, ein Plädoyer für die Rückholung der Mitarbeiter zu halten.

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Verdi appelliert an die Bruderhaus-Diakonie, im Geist ihres Gründers zu handeln und die 2005 gegründete Service-Gmbh wieder aufzulösen.  Foto: 

Vor 175 Jahren kam Gustav Werner mit seiner Vision einer besseren Gesellschaft nach Reutlingen, um sie hier in die Tat umzusetzen. "Dies ist auch für uns ein Grund zu feiern. Kein Mensch soll aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, war seine Maxime. Selbstverständlich erklärt sich Verdi solidarisch mit der Forderung der Mitarbeitervertretungen, im Jubiläumsjahr wieder alle Mitarbeitenden am Werk Gustav Werners in die Bruderhaus-Diakonie zurückzuholen", unterstrich Verdi-Bezirksgeschäftsführer Martin Gross gestern in einer Pressemitteilung.

Das Jubiläum, zehn Jahre Gründung der Service-Gesellschaft der Bruderhaus-Diakonie, ist weniger rühmlich für die Diakonie Württemberg. Die Bruderhaus-Diakonie war eines der ersten Sozialunternehmen in der Region, das den Schritt zu Leiharbeit und Outsourcing gegangen war. "Damit hat die Bruderhaus-Diakonie ganz klar neoliberales Wirtschaften in der Sozialwirtschaft vorangetrieben. Den Inklusionsgedanken schreibt man sich auf die Fahne, wenn es um den Umgang mit den Menschen mit Behinderungen geht und bei den eigenen Beschäftigten - Fehlanzeige", bemängelte die für Diakonie zuständige Verdi-Fachsekretärin Monika Neuner.

"Andere diakonische Einrichtungen wie beispielsweise die Zieglerschen holen die Beschäftigten ihrer Service-GmbH wieder in die Diakonie zurück", so Neuner weiter: "Mit ihrem Festhalten an der Zwei-Klassen-Gesellschaft beschädigt die Bruderhaus-Diakonie als größte Einrichtung in Württemberg die Kirchlichkeit der gesamten Diakonie".

Zu ihrem 175-jährigen Bestehen sei der Bruderhaus-Diakonie zu wünschen, dass sie sich auf ihre ethischen Wurzeln rückbesinnt. Ein erster Schritt ist getan: Die Diakonie Baden-Württemberg hat gemeinsam mit der Caritas und Verdi im Dezember 2014 das Bündnis für Tariftreue und Tarifstandards in der Sozialwirtschaft in Baden-Württemberg geschlossen. Dazu Verdi-Geschäftsführer Gross: "Statt mit Outsourcing den Lohnkostenwettbewerb selbst weiter voranzutreiben, sollte die Diakonie mit Verdi den Tarifvertrag öffentlichen Dienst als Tarifvertrag abschließen. Dadurch ermöglicht sie einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Sozialbranche."

Die Auflösung der Service-GmbH wäre ein erster Schritt und sicher eine Tat im Sinne Gustav Werners. Den Mut zu solch einer visionären Tat wünscht Verdi allen, in deren Händen heute das Erbe Gustav Werners liegt - und den Mitarbeitervertretungen noch einen langen Atem!

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