Großinvestition vertagt

Der Zweckverband "Sammelklärwerk Oberes Echaztal" wählte einstimmig Bürgermeister Michael Schrenk als Nachfolger von Rudolf Heß zum Vorsitzenden. In eine vierte Klärstufe wird vorerst nicht investiert.

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Das Sammelklärwerk "Oberes Echaztal" ist seit beinahe 30 Jahren in Betrieb. "Die technischen Anlagen erfordern weiterhin hohe Aufwendungen", erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Walter Künkele am Montagabend der Verbandsversammlung zur Neuauflage der Haushaltssatzung: "Sowohl die Bausubstanz als auch die Technik zeigen teilweise erhebliche Abnutzungserscheinungen."

Das Gremium mit Vertretern der drei Partnerkommunen Pfullingen, Eningen und Lichtenstein beschloss dann eine Reihe laufender Sanierungsarbeiten: Für insgesamt 67 000 Euro werden Fassade, Hofbelag und Garagen der Mitarbeiterlogis renoviert. Eine Betonsanierung mit Austausch eines nicht mehr benötigten Salzsäurebehälters im Klärwerk wird 2015 zusätzlich rund 40 000 Euro verschlingen.

Die Kläranlage selbst stammt aus dem Jahr 1964, wurde 1986 grundlegend modernisiert und wird aktuell kostengünstig mit viereinhalb Mann betrieben. Die Personalplanung dort stand nichtöffentlich auf der Agenda. Laut mittelfristigem Finanzplan ging es dabei um eine progressive Anpassung der Gehälter bis zum Jahr 2018.

Die Versammlung des 1962 gegründeten Abwasser-Zweckverbands diskutierte nochmals über Kosten und Nutzen des Einbaus einer vierten Reinigungsstufe und beschloss dann einstimmig, neue technische Entwicklungen abzuwarten. Der mittelfristige Finanzplan wies bei den Investitionen keine entsprechende Position aus.

Der Haushaltsplan 2015 hat ein Gesamtvolumen von rund 1,67 Millionen Euro. Der Schuldenstand soll auf 810 000 Euro zurückgefahren werden. Auch für 2016 seien keine größeren Ausgaben zu erwarten, erklärte Künkele: "Die Verbandsgemeinden Eningen, Lichtenstein und Pfullingen sind stark durch den Bau von Regenüberlaufbecken und Kanalsanierungen belastet. Beim Verband werden nur unaufschiebbare Vorhaben angegangen." Die allgemeinen Rücklagen betragen 2015 rund 43 500 Euro.

Ende 2014 hat der bisherige Partner bei der Klärschlammverwertung den laufenden Vertrag gekündigt, weil das Geschäftsfeld aufgegeben wird. Nach einer europaweiten Ausschreibung zur thermischen Verwertung der jährlich rund 2700 bis 3000 Tonnen Klärschlamm in Kraftwerken oder bei der Zementherstellung bekam ein Unternehmen aus Karlsbad bei Pforzheim den Zuschlag. Die Entsorgung wird den Verband in den kommenden zwei Vertragsjahren rund 460 000 Euro kosten. Der Preis pro Tonne steigt dabei um zehn Euro. Der Vertrag verlängert sich automatisch.

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