Großer Kraftakt und viel Elan

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Lichtenstein will sich touristisch noch besser präsentieren. Demnächst soll es einen Rundwanderweg um Honau geben. Klar, dass das Schloss mit auf der Route liegen wird.  Foto: 

Die Bürgerbeteiligung war groß, bevor im Mai 2015 schließlich das Gemeinde-Entwicklungskonzept (GEK) vom Gemeinderat beschlossen wurde. Umso mehr freuen sich das Gremium und Bürgermeister Peter Nußbaum, dass die Leute bei der Stange geblieben sind. Sie gründeten die Bürgerinitiative „Wir in Lichtenstein“. Und von diesen sowie vielen anderen Menschen der zurzeit 9156 Einwohner zählenden Gemeinde im oberen Echaztal, gingen und gehen weiter Initiativen hervor, werden Vorschläge gemacht von Leuten, denen die Zukunft ihres Gemeinwesens wichtig sind.

Da war es hohe Zeit, dass der Bürgermeister auch einmal außerhalb des Gemeinderats berichtet, was sich bisher getan hat – und was noch folgen soll. Nußbaum wäre kein guter Rathauschef, wenn er nicht auch den Finanzierungsvorbehalt anmerken würde – was er am Mittwochabend dann auch tat. Allerdings gibt es derzeit offenbar noch keine utopischen Ideen und Ansätze, mit denen die Gemeindekasse gesprengt werden könnte.

Und viele „preiswerten“ Projekte befinden sich schon auf dem Weg: Durch ein vom Kreis bezuschusstes Nacht-Taxi wird ab Dezember die Nachtbuslinie des Reutlinger RSV über Pfullingen an den Wochenenden auch in die drei Teilorte  Lichtensteins, Unterhausen, Honau und Holzelfingen,  „verlängert“. Der alte Friedhof Oberhausen wird zu einem Ort der Ruhe und Begegnung aufgewertet, auch diese Anregung  kam aus den Reihen der Bevölkerung, die in sechs Workshops am GEK engagiert mitarbeiteten.

Honau soll einen Rundweg bekommen, der „Jubiläumswanderweg“ zu den schönsten Aussichtspunkten rund um Holzelfingen, wurde unlängst eröffnet. Die Post neben dem Rathaus wird zu einem Bürgertreffpunkt –  für junge und ältere Menschen. Der Zustand aller Spielplätze kommt auf den Prüfstand. Hinter dem neuen Kindergarten „Bahnhofstraße“  entsteht bald ein neues Spielgelände. „Wir wollen auch einen Waldkindergarten“, gab Nußbaum den Wunsch der Eltern weiter. Er soll kommen – und das erscheint eine sehr dringliche Angelegenheit. Dem Rathaus liegen bereits Anmeldungen vor.

Zügiger als erwartet wurden viele der kurzfristig realisierbaren Vorhaben umgesetzt, weiter geht es mit dem Thema Inklusion, der breit gefächerten Integration von behinderten in fast allen Lebenslagen. Ein Arbeitskreis hierzu zählt bereits 30 Mitglieder. Hier will Lichtenstein zu den besonders aktiven Kommunen gehören. Eine Bestandsaufnahme  zum Thema Barrierefreiheit steht auch auf der Agenda.

Unterschieden wird beim GEK zwischen kurzfristig realisierbaren Projekten, sowie den mittel- bis langfristigen Zielen. Dazu gehört natürlich der Straßenbau  mit dem neuen Albaufstieg. Aber auch die Aufgabe, die rund 150 Baulücken in den Ortszentren zu beseitigen, ist ein Projekt, das sich nicht in wenigen Jahren umsetzen lässt. In der Uhlandschule, die seit diesem Jahr mangels Schülern keine Werkrealschule mehr ist, erläuterte der Rathauschef den Unterschied zwischen Pflichtaufgabe einer Kommune, und solchen Dingen, die freiwillig und weitgehend selbstständig in Angriff genommen und gestaltet werden können.

Erstaunt waren nicht wenige der rund 80 Besucher, als sie erfuhren, dass selbst die Wasserversorgung in der Tat eine „Freiwilligkeitsleistung“ der Gemeinde sei. Der Hochwasserschutz indes ist eine Vorsorgemaßnahme, bei der die Behörden ordentlich Druck machen. Und so sprach Nußbaum auch von – glücklicherweise zuschussfähigen – Vorgaben, wie einem Dammbau im Reißenbachtal.

Den dicksten Pflock jedoch rammte der Schultes ein, als er verkündete: „Wir schreiben 2017 den Flächennutzungsplan fort.“ Der zurzeit noch gültige ist 38 Jahre alt, „und er bildet die Realität nicht mehr ab“, formulierte es Nußbaum relativ höflich.

Wird die Gemeinde mit den Orten Unterhausen und Honau im engen Tal der Echaz gelegen, räumlich noch wachsen können? Für Gewerbeansiedlungen und für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums wäre das dringend notwendig – aber auch wünschenswert für die Gesamtentwicklung – und damit das, was auch die Bürgerschaft anmahnt.

Doch dieses Thema gehört im Lichtensteiner Gemeinde-Entwicklungskonzept freilich in die Rubrik „längerfristig“.

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