Grötzingen legt los

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    Naturtheater Grötzingen. Foto: pr/Naturtheater Foto: 
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    Besucherandrang beim Tag der offenen Tür dieser Tage (oben), darunter: die Gewinnerin des Kreativ-Wettbewerbs Vanessa Zecha mit dem Fogg-Darsteller Frank Kühfuß. Foto: 
  • Luftballons beim Tag der offenen Tür im Naturtheater Grötzingen. 3/4
    Luftballons beim Tag der offenen Tür im Naturtheater Grötzingen. Foto: 
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Was haben sie nicht alles schon gespielt: den „Schneider von Ulm“, die „Weiber von Weinsberg“, den „Spion von Aalen“ – rauf und runter. In der ersten Spielzeit 1954 kamen „Die Grötzinger Kanonen“ zur Aufführung. 1972 führte man ein zweites (Kinder-)Stück ein, und seit 1978 schützt ein Betondach die Zuschauer vor Wind und Wetter. Bei den Stücken achtete man auf Breitenwirksamkeit: von „Robin Hood“ bis zum „Wirtshaus im Spessart“, vom  „Dschungelbuch“ bis „Jim Knopf“ reichte die Palette. Aber auch Shakespeare war dabei, Molière, Nestroy, Horváth und kürzlich sogar Dürrenmatt.

Wie jedes Naturtheater hat auch das Grötzinger so manche Krise überstanden und muss sich, angesichts rapide wechselnder Lebens- und Sehgewohnheiten der Zuschauer, eigentlich in jeder Saison neu erfinden. Vom Mundarttheater ging der Trend bald mehr zum Unterhaltungstheater. Heuer, im 64. Jahr des Bestehens, kann die Freilichtbühne auf dem Galgenberg zunächst einmal einen besseren Sitzkomfort für 828 Zuschauer vermelden. Die Holzbänke, auf denen man zuweilen doch arg dicht gedrängt saß, sind durch komfortable Klappstühle ersetzt worden – über Stuhlpatenschaften kamen die notwendigen Spenden dazu herein. Nur so viel sei verraten: Wer genau hinschaut, wird die alten Holzbänke im Bühnenbild wiederentdecken.

Auch sonst waren die Aichtaler rührig: Sie haben zu ihrem Stück „In 80 Tagen um die Welt“ einen Kreativ-Wettbewerb ausgelobt (siehe Info) – Siegerin wurde Vanessa Zecha mit einem Tuschebild aus Motiven des Stücks.

Was auf dem Spielplan steht, haben wir neulich berichtet. Hier noch einmal alles in Kürze. Regisseurin bei dem Jules-Verne-Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ (10. Juni bis 19. August) ist nun schon zum vierten Mal Helga Kröplin. Die erfahrene Theaterfrau hat mit nicht immer ganz alltäglichen Stücken wie „Der kleine Muck“ (2010), „Besuch der alten Dame“ (2013) und „Die Päpstin“ (2016) einen neuen Ton in Grötzingen angeschlagen. Vor Jahren, nämlich 2013, hat das Naturtheater Reutlingen ebenfalls „In 80 Tagen“ gespielt – seinerzeit zum 150. Geburtstag. Jetzt also, vier Jahre später, sind die Grötzinger damit dran. Worum geht’s? Um eine aberwitzige Rund-um-den-Globus-Reise eines reichen Engländers über Kalkutta, Shanghai, Yokohama, San Francisco und New York zurück nach Europa: abenteuerlich, exotisch und unterhaltsam. Für die Kleinen und die ganze Familie steht „Der Froschkönig“ nach dem Märchen der Gebrüder Grimm auf dem Spielplan (11. Juni bis 20. August). Hierfür konnte mit Marcus Helm wieder ein neuer Gastregisseur gewonnen werden, der schon einige Erfahrung mit Inszenierungen in Stuttgart (Theater am Olgaeck, Spielwerk) vorweisen kann.

Weitere Abwechslung in die Grötzinger Freilichtsaison bringen drei Zusatz-Abende: eine Musical Night (30. Juni), eine Comedy-Show mit Christoph Sonntag (7. Juli) und ein Gastspiel aus Frankfurt – „Die Piraten der Karibik“, ein Stück, in dem schräge Typen wie Holzbein-Henry und Glasaugen-John ihr Unwesen treiben (31. Juli).

Der Kreativ-Wettbewerb des Naturtheaters Grötzingen zum Thema „In 80 Tagen um die Welt“ ist entschieden: Unter den zahlreichen Einsendungen wurde nun von einer Jury die Gewinnerin ermittelt. Vanessa Zecha gewann mit ihrem Bild den ersten Preis in der Kategorie Erwachsene und damit eine Ballonfahrt in Sonnenbühl für zwei Personen.

Mit der Premiere von „In 80 Tagen um die Welt“ beginnt am 10. Juni die Freilichttheater-Saison 2017 auf dem Grötzinger Galgenberg. Passend zu diesem Theaterstück für Kinder und Erwachsene konnten nun kreative Werke hierzu entwickelt und eingesandt werden. „Mit dem Wettbewerb wollten wir auch Außenstehende zu einer kreativen Auseinandersetzung mit dem Stück anregen. Es war wirklich spannend zu sehen, wie unterschiedlich und vielfältig die Einsendungen waren,“ sagt Kai Feldmaier, der beim Naturtheater Grötzingen für das Marketing zuständig ist. „Vom Foto oder Gedicht bis zum gemalten Bild war alles dabei.“

Die Jury entschied sich, auch wenn die Wahl schwer fiel, und kürte Vanessa Zecha zur Gewinnerin. Das Bild der Grötzingerin kombiniert Motive, die sich aus den Stationen der Reise von Professor Fogg ergeben, zu einer Collage. Zu erkennen sind zum Beispiel Eiffelturm, Big Ben, die Pyramiden und ein Elefant. Bei der Gewinnübergabe verriet die 27-Jährige auch, welches Werkzeug sie beim Malen verwendete: Tuschestift und Kaffee.

Tickets für „In 80 Tagen um die Welt“ und „Der Froschkönig“ vom 10. Juni bis 20. August sind montags, donnerstags und freitags zwischen 9 und 12 Uhr an der Theaterkasse erhältlich und außerdem online unter reservix.de. Auch dieses Jahr sind auch wieder einzelne Gastspiel angekündigt: Musical Night (30. Juni), Christoph Sonntag (7. Juli) und die Dramatische Bühne Frankfurt mit „Die Piraten der Karibik“ (21. Juli).

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