Gottvertrauen in Jogis Schützen

Jubelnde Ökumene: Bei frischem Wind draußen zog es die Pfullinger Christen nach drinnen. Dort erlebten sie das EM-Viertelfinale auf Großleinwand.

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23.46 Uhr: Aus, aus, aus! Deutschland hat in Bordeaux den Elfmeterkrimi gegen Italien gewonnen. Und im Gemeindehaus liegen sich die Leute in den Armen, Fähnchen werden geschwenkt. Katholiken und Protestanten zog es am Samstag – übrigens nicht zum ersten Mal – zum gemeinsamen Fußballschauen zu St. Wolfgang.

Frisch war’s draußen – und so ging die Zuschauerschar eben ins Gemeindehaus, wo die Großbildleinwand auch schnell aufgebaut war. In einer Hütte im Hof sorgte der CVJM für Gegrilltes und Getränke. Kartoffelchips gab’s vor dem Spiel in Schälchen, das Licht stimmte, das Fußballfest konnte beginnen.

Fußballfest? Anfang sah es nicht ganz danach aus. Die Deutschen spielten sich zwar vorne ganz gut „frei“, die Besucherschar hoffte gleich zu Beginn auf Tore, doch ließen die auf sich warten.

Die Pfullinger Buben in der ersten Reihe links hatten sich vor dem Match schon einmal im Hof warmgeschossen – dies vor einem großen Plakat über dem Haupteingang der St. Wolfgangskirche. Dort ist Papst Franziskus zu sehen mit einem kleinen Jungen, den er herzt.

„Barmherzigkeit“ steht dort als Überschrift. Aber man muss es damit ja nicht so genau nehmen, wenn es um den italienischen Torhüter Gianluigi Buffon und seine Squadra Azzurra geht. Und Buffon sollte zum Schluss ja auch noch einen Treffer mehr eingeschenkt bekommen.

St. Wolfgangs-Pfarrer und Dekan Hermann Friedl kamen erst kurz vor Beginn, hatte in Lichtenstein noch sieben Ministranten in ihr Amt eingeführt, als er zunächst noch ein ganz gutes Gefühl hatte – Gottvertrauen in Jogis Schützen gewissermaßen. Am Tag darauf wird er jedoch bekennen, wie sehr auch er am Schluss gelitten hatte. Vor allem wegen der drei Elferschützen, „die ich eigentlich für sehr verlässlich hielt“. 29. Spielminute: Tor!? Jubel brandete auf, doch gefroren ganz schnell die Gesichter im Saal. Schweinsteiger hatte zuvor seinen Gegner geschubst. Dann Gomez’ Hacke in der 69. Minute – „ooh!“ Nach 163 Minuten war dann alles gut. Am Donnerstag wird’s hoffentlich auch das Wetter sein – beim Halbfinale.

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