Gibt es bald keinen Pfullinger Maimarkt mehr?

Der Maimarkt 2015 lief bereits als eine Art Notprogramm. 2016 wollen ihn aber weder die Musikvereine noch Handel und Gewerbe organisieren.

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Stirbt der Maimarkt, und dies in einer Stadt mit der höchsten Dichte ehrenamtlicher Aktiven in der Region? Der diesjährige Maimarkt wurde noch von den Musikvereinen gestemmt, nachdem bereits 2014 der Gewerbe- und Handelsverein (GHV) aus der Organisation ausgestiegen war.

In einer Pressemitteilung der Vereine Akkordeonorchester des Albvereins, dem Männergesangverein Eintracht, dem Liederkranz und dem Spielmanns- und Schalmeienzugs heißt es nun kategorisch: "Wir bedauern, dass der traditionelle Maimarkt aus dem Pfullinger Marktprogramm verschwindet. Eine Weiterführung des Maimarktes muss aber Aufgabe von Gewerbe und Handel sein - und soll auch in deren Verantwortung liegen."

Die Handels- und Gewerbetreibenden reagierten prompt und ließen auf Nachfrage wissen, dass sie doch 2013 schon ihren Ausstieg angekündigt hatten. 2014 half die Stadt dann den eingesprungenen Musikvereinen, so gut sie konnte. Heuer lief der Maimarkt mehr oder weniger als "Notprogramm". Erneut waren es die Musikvereine, die aushalfen. Doch für sie ist der Maimarkt auch keine gute Einnahmequelle mehr, bei schlechtem Wetter geht's gar in die roten Zahlen.

Und was wird 2016? Der GHV sei definitiv nicht mehr an Bord. Im kommenden Jahr will er also nicht mehr mitmischen, schon gar nicht organisatorisch. Ilona Harnisch vom Vorstand des GHV teilte gestern auf Anfrage mit, dass der organisatorische und finanzielle Aufwand von den Pfullinger Geschäftsleuten nicht mehr zu stemmen sei, und dies sei doch so schon im Frühjahr 2013 kommuniziert worden. Ausgerechnet, wo doch der Sonntag, der zweite Tag des Maimarkts, immer verkaufsoffen war und Gewerbe und Handel sich besonders präsentieren konnten.

"Wir brauchen rund ein halbes Jahr der Vorbereitung", so Ilona Harnisch. Werbung, Außenwerbung, die bezahlt werden will - dann der bürokratischer Aufwand, ein zu bezahlender Marktleiter müsse auch bestellt werder. Auch wenn Pfullingen zu den ersten Kommunen gehört habe, die mit den Maimärkten in dieser Form begonnen hätten: "Warum nicht alte Zöpfe abschneiden?", fragt Ilona Harnisch.

Auf Anfrage teilte Bürgermeister Michael Schrenk gestern mit, dass er "selbstverständlich die souveräne Entscheidung der vier Musikvereine akzeptiert". Natürlich werde es im Laufe der kommenden Monaten immer wieder Treffen der Vereine geben, bei denen er auch dabei sein werde. Was Anlass wäre, die eine oder andere Sache "noch einmal zu hinterfragen". Ansonsten aber gelte: "In Sachen Maimarkt tut die Stadt nichts."

Schrenk ist jedoch schon besorgt, dass auch der Trachtenverein Echaztaler, der seit Jahren den Maibaum vor dem Rathaus aufstellt, abspringen könnte.

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