Gesunde Bäume müssen der Motorsäge weichen

Als Vorbereitung auf den sechsten Abschnitt der Altstadtsanierung wurden am Samstag auf dem Weibermarkt vier Bäume gefällt. Nach der Umgestaltung sollen sechs rotblühende Rosskastanien gepflanzt werden.

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  • Försterwerkstatt-Chef Felix Schenck und seine Mitarbeiter fällten am Weibermarkt die Bäume. Fotos: Dietmar Czapalla 1/2
    Försterwerkstatt-Chef Felix Schenck und seine Mitarbeiter fällten am Weibermarkt die Bäume. Fotos: Dietmar Czapalla
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Ende November hatte der Gemeinderat die Umbauplanung für die Marienkirche und den angrenzenden Weibermarkt sowie die neue Wasser- und Stromversorgung gebilligt. Der Platz um die Marienkirche solle zu einem neuen Schmuckstück der Innenstadt werden, hieß es damals. "Punktuelle Wasser- und Spielobjekte", wie flache Wasserbecken sollten ihren Teil dazu beitragen. Als Kosten für die bis Juni 2017 fertigzustellenden Arbeiten wurden 3,44 Millionen Euro angegeben.

Fest stand schon damals, dass die auf dem Weibermarkt stehende Robinien (Robinia pseudoacacia) weichen müssen. Dazu noch eine an der Marienkirche stehende Winterlinde (Tilia cordata). Das Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt erklärte damals, die Robinien am Weibermarkt seien, wie in der ganzen Stadt, "in keinem guten Zustand". "Sobald der Platz um die Marienkirche und die Teilfläche östlich der Metzgerstraße umgestaltet sind, werden sechs neue, rotblühende Kastanien gepflanzt", teilte die Pressestelle der Stadt jetzt mit.

Am Samstag war es so weit. Die Fachfirma Försterwerkstatt um ihren Chef Felix Schenck und zwei seiner Mitarbeiter rückten an. Ihr Auftrag war es, drei Robinien am Weibermarkt und eine Linde zu fällen und zu entsorgen. In den Tagen zuvor hatten die Pfullinger den Arbeitsbereich am Weibermarkt den Auflagen entsprechend auch fristgerecht abgesperrt. Die Beschilderung war deutlich: Mehrere Halteverbotschilder mit dem Hinweis ",Samstag 28.02.15 7-13 h" darunter. Derweil hatte ein Unbekannter an den Robinien Pappdeckel mit den Aufschriften ",Bitte schützt mich" und "Ich werde gefällt", an der Linde mit "Ich werde gefällt. Bitte schützt mich!!! Bitte" angebracht.

Als die Spezialfirma am Samstag gegen 8 Uhr mit den Fällarbeiten beginnen wollte, musste sie feststellen, dass alle zwölf Parkplätze mit Autos belegt waren, die da am Tag zuvor nachweislich noch nicht gestanden hatten. Da beim Vollzugsdienst der Stadt telefonisch niemand erreicht werden konnte, erschien der herbeigebetene Diplom-Ingenieur Helmut Reicherter von der städtischen Grünflächenabteilung. Dessen Handy sollte schon bald "glühen". Drei Autos wurden von ihren Besitzern noch rechtzeitig entfernt, die Kennzeichen der anderen von der Polizei notiert. Mehrere Fahrzeughalter, die dann vor Ort erschienen, konnten ermittelt werden. Um den Arbeitsbereich gänzlich frei zu bekommen, musste für zwei Fahrzeuge der Abschleppdienst anrücken. Eine alles andere als billige Angelegenheit für die erwischten Falschparker.

Gegen 10 Uhr war die etwa zehn Meter hohe Linde an der Marienkirche zu Boden gegangen. Mit dem Fällen der ersten von drei etwa zehn bis zwölf Meter hohen, einen Stammumfang von über einem Meter aufweisenden Robinien konnte mit dreistündiger Verspätung erst kurz nach 11 Uhr begonnen werden. Danach ging alles schnell und reibungslos über die Bühne.

Während Bürger nach dem Grund der Fällungen fragten und dafür durchwegs kein Verständnis zeigten, waren sich die anwesenden außerstädtischen Fachleute einig: Die vier Bäume hätten gut und gerne noch etliche Jahre stehen bleiben können, sie wurden dem Umgestaltungsvorhaben geopfert.

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