Gestorben im Dienst der Sicherheit

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde an die im Dienst getöteten Polizeibeamten des Landes Baden-Württemberg am Totensonntag in der gut besuchten Heilig-Geist-Kirche erinnert.

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Junge Beamte legen in der Heilig-Geist-Kirche Kerzen an der gläsernen Gedenk-Stele nieder für die im Dienst getöteten Polizisten nieder.  Foto: 

Seit Kriegsende haben 83 Polizeibeamte durch Tod oder Unfall im Dienst ihr Leben verloren. Ihrer würdevoll zu gedenken, war auch dem Baden-Württembergischen Innenminister, Reinhold Gall (SPD), am Sonntagnachmittag ein großes Anliegen (wir berichteten).

In seiner mehrseitigen Rede ging er nicht nur auf die Beamten, Angehörige und Hinterbliebene ein, er sprach auch die derzeitige politische Lage und Herausforderung des Landes neben den Terroranschlägen in Paris an - ein "Anschlag mit hässlicher Fratze von Grausamkeit und Unmenschlichkeit".

"Bei der Bewältigung der Herausforderung rund um die Flüchtlingspolitik spielte die Polizei von Anfang an eine bedeutende Rolle", sagte Gall. Schlicht und ergreifend auch deshalb, um schnelle Hilfe zu gewährleisten, würdigte er ihren Dienst. Man wolle sich dem Terror mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegenstellen. "Wir haben es mit Tätern zu tun, die mit ihrem grenzenlosen Hass die gesamte Welt überziehen und die Werte von Freiheit und Toleranz mit Füßen treten. Auch solch' hohen Herausforderungen muss die Polizei gegenübertreten und den Erwartungen gerecht werden, die die Menschen in unserem Land an sie stellen", betonte der Innenminister.

Die vielseitigen Anforderungen an das Berufsbild zeigten, so Gall, dass "der Polizeiberuf kein normaler Beruf" ist. "Die Wenigsten gehen aus Verlegenheit zur Polizei. Es sind Menschen, die helfen und sich einbringen möchten", glaubt der Politiker. "Sie wollen das Leben für alle sicherer und besser machen".

Dafür stand auch Stephan Kellner, wie Gall sagt. "Der 45-jährige Polizeihauptmeister aus Offenburg befand sich im August dieses Jahres auf einer Dienstfahrt nach Frankfurt und ließ bei einem tragischen Verkehrsunfall sein Leben". Die gläserne Gedenk-Stele - darauf eingraviert sind die Namen der toten Beamten - erinnerte Landespolizeipfarrer Albrecht Sautter an die "Zerbrechlichkeit und Endlichkeit des Lebens". Nähe und Schutz seien in solchen Tagen besonders wichtig. "Jeder Name ist eingeschrieben in Gottes Liebe." Den Hinterbliebenen wünschte Sautter Trost und Gottvertrauen, das einen auch in dunklen Stunden trägt. Während Polizeiseelsorger Dr. Hubert Liebhardt der Toten gedachte, entzündeten junge Beamte Lichter, um sie bei der Gedenk-Stele, entworfen von Raphael Seitz, niederzulegen.

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