Geruch war früher noch stärker

|

Ende Juni 2016  hatte die FWV-Fraktion im Gemeinderat die Stadtverwaltung aufgefordert, zu prüfen, welche  Möglichkeiten es gebe, um die „nicht unerhebliche Geruchsbelästigung“ durch die Biogasanlage beim Hofgut Alteburg zu verringern. Weiter beantragte die FWV, die Kosten für eine Verlegung der Anlage zu ermitteln und einen Suchlauf nach einem geeigneten Standort zu starten.

Aufgrund der Prüfung durch das Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt und das Amt für Wirtschaft und Immobilien sei davon auszugehen, dass die vom Pächter des Hofgutes Alteburg betriebene Biogasanlage im Normal-/Regelbetrieb nicht übermäßig rieche. Anders sehe es aus, wenn alle paar Monate das Substrat homogenisiert werden müsse. Dann sei nach Auskunft des Pächters das geschlossene und luftdichte System kurzzeitig nicht dicht. Dann könnten auch an wenigen Tagen im Jahr unvermeidliche Gerüche auftreten. Man habe dafür aber in Absprache mit dem früheren Wirt Ruhetage der Gastronomie verwendet.

Weiter verweist Berthold Negwer in seiner Antwort darauf, dass Biogasanlagen dicht sein müssen, weil sonst das energetisch verwertbare Methangas verloren gehe. Was wiederum ungünstige wirtschaftliche Auswirkungen hätte. Zudem habe der Pächter des Hofguts, Olaf Pank, auf eigene Rechnung ein Fachgutachten durch ein agrartechnisches Institut anfertigen lassen. Dieses testiere der von ihm betriebenen Biogasanlage eine praktisch 100-prozentige Dichtigkeit.

Die hier auftretenden Gerüche seien landwirtschaftstypisch, heißt es weiter im Schreiben der Stadtverwaltung. Der Betrieb erfülle das Merkmal einer „ordnungsgemäßen Landwirtschaft“. Ohne Biogasanlage seien früher im Hofgut Alteburg, so Negwer, die „Geruchsfrachten erheblich höher“ gelegen als heute: Im Klartext: Früher stank es dort stärker. Damit könne die heutige Biogasanlage als „Geruchssenke“ und zudem als „CO2-Senke“ angesehen werden.

Eine Antwort, die auch die Freien Wähler im Wesentlichen zufriedenstellte, wie Jürgen Fuchs bestätigte. Spannend ist derzeit die Frage, wie es mit dem Hofgut selbst – Olaf Panks Pachtvertrag endet 2022 – und der Gutsgaststätte (siehe Infokasten) weitergeht. Die FDP hatte sich beispielsweise in den Beratungen zum Doppelhaushalt 2017/18 für einen Verkauf des Hofguts ausgesprochen. Eine Einschätzung, welche die FWV nicht teilt: „So ein Hofgut gibt man eigentlich nicht aus der Hand“, sagte Fuchs auf Nachfrage. Ralph Bausinger

Hofgut Alteburg: Offen ist derzeit, wie es mit der Gutsgaststätte weitergeht. Im Mai 2016 hatte Dieter Sommer nach über 30 Jahren als Pächter aufgehört, seither ist die Gaststätte geschlossen. Gut sieben Monate später befindet sich die Stadtverwaltung  weiterhin mit einem Interessenten für die Gaststätte „intensiv im Gespräch“. Architekten und Fachplaner hätten inzwischen eine Aufstellung über notwendige Sanierungen und überschlägige Kostenschätzungen am Gebäuden erstellt. Eine offizielle Summe möchte die Stadtverwaltung nicht nennen. Inoffiziell ist die Rede von einer hohen sechsstelligen Summe.

Lösungssuche „Wir diskutieren mit dem Interessenten unter Einschaltung von Fachleuten aus dem Gaststättengewerbe eine finanziell machbare Lösung. Es sind aber auf beiden Seiten noch keine Entscheidungen getroffen worden. Momentan sind auch noch keine zeitlichen Angaben möglich, betont Berthold Negwer, stellvertretender Leiter des Amtes für Wirtschaft und Immobilien. rab

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ein kleines Wattestäbchen reicht

Bei der Spendenaktion für den zweijährigen Joel bereicherten 1324 Freiwillige mit ihrer Speichelprobe die weltweite Stammzellen-Datei. weiter lesen