Gemeinsam feiern und pilgern

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde der Sonntag beim Stadtkirchentag begonnen. Auch die zweite Auflage des gemeinsamen Festes war ein Erfolg.  Foto: 

Auch Christus hat etwas gepflanzt, von dem wir noch 2000 Jahre später etwas haben“, sagte Pastor Oliver Lacher von der Evangelisch-methodistischen Kirche, als er unter dem Motto „Hoffnung bewegt“ im Schlösslepark einen Apfelbaum setzte. Die Aktion am Samstag war Teil des zweiten ökumenischen Stadtkirchentags, der von Freitag bis Sonntag stattgefunden hatte.

Im Schlösslepark lag die letzte von insgesamt sechs Stationen des Pilgerwegs, der in der Martinskirche begann und an dem etwa 70 Gäste teilnahmen. In der Kirche fragte Pfarrerin Ulrike Kuhlmann nach dem Sinn des Pilgerns, das bereits in der Antike bekannt war. Auch die Martinskirche liege an einem europäischen Pilgerweg. „Es geht darum, uns bewegen zu lassen“, so Kuhlmann. Dies entspreche dem Motto des Kirchentags „Frischer Wind“ und speziell dem Samstag unter dem Vorzeichen „bewegt“.

Wunderbare Idee

Für die musikalische Begleitung sorgten die Bläser. Nächste Station war der Klostersee, an dem ein kleines Schauspiel um die Kranken am Teich Bethesda stattfand. Weitere Themen waren die Erfolge der Frauenorden als Bewegung und Tanzen als Medizin für Körper und Geist an der Klosterkirche. „Es ist eine wunderbare Idee, besondere Stätten in Pfullingen zu besuchen und ihnen diesen Sinn zu geben“, sagte Ingeborg Braun.

Griechische Musikgruppen empfingen die Pilger im Laiblinspark und brachten sie mit folkloristischen Melodien zum fröhlichen Sirtaki-Tanzen. Sehr beeindruckt waren die Pilger von den Thesen, die die Schüler der 10. Klassen des Gymnasiums aufgestellt hatten und an eine Tür nagelten. „Lass Dich nicht durch den Notendruck kleinmachen“, „Lass Dich nicht von der Scheinwelt der Medien beeinflussen“, „Sei dankbar dafür, dass Du ein freier Mensch sein darfst“, lauteten die Gedanken.

Im Schlösslepark bezeichnete Lacher den gepflanzten Apfelbaum, der erst in zwei Jahren Früchte trage, als Symbol der Hoffnung. „Leben funktioniert immer nur aus der Gegenwart in die Zukunft hinein“, sagte er.

Nebenan war am frühen Nachmittag der „Funpark“ für die Jugend eröffnet worden. Eine Hüpfburg, der Menschenkicker, Bungeerun, bei dem gegen ein Seil angelaufen werden musste, und ein Turnier sorgten für jede Menge Bewegung.

„Reformbar“

Im Paul-Gerhardt-Haus gab es Geschicklichkeitsspiele und Basteln für die Jüngeren. Ein Pusteparcours, Spiele mit dem Regenbogentuch oder ein Mobile aus Metallfolie als Windspiel sorgten für gemeinsame Beschäftigung und Spaß. Der Abend ging zu Ende mit „Reformbar“, einem musikalisch-kabarettistischen Bühnenprogramm in der St. Wolfgangskirche. Kathrin Dietz, Leopold Hartzsch und Manfred Zoll präsentierten sich und ihre Gedanken „um Gott und die Welt“ unter dem Motto „überraschend veränderlich“. Für die Jugendlichen gab es abends einen eigenen Gottesdienst und danach ein Konzert mit der Band „Life turns gold“ aus Stuttgart, die christliche Rock- und Popmusik mitbrachte.

Der Samstagmorgen hatte mit einem gemeinsamen Singen der Chöre der vier Gemeinden unter der Leitung von Martin Kohler begonnen. Dies fand allerdings nicht, wie im Flyer ausgedruckt, in der Innenstadt statt, sondern im Industriegebiet, wo die Sängerinnen und Sänger in den Geschäften für die Kunden sangen. Diese reagierten auf das „Gloria“ oder den Kirchentagskanon, wie Helferin Karin Dittmann berichtete, unterschiedlich. „Manche hörten zu, manche klatschten, andere kauften einfach weiter ein“, sagte sie.

Am Sonntag standen ein Ökumenischer Open Air-Gottesdienst mit den Pfarrern Oliver Lacher, Hans-Martin Fetzer, Dimitrios Katsanos, Dekan Hermann Friedl und Helfern mit Kinderkirche sowie ein Platzkonzert der Stadtkapelle auf dem Programm.

Pilger machten sich auf den Weg beim zweiten ökumenischen Kirchentag in Pfullingen. Sie liefen verschiedene Stationen ab und ließen sich von dem Pilgerweg inspirieren.

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