Für die Eltern einen Burzel Taschengeld

Burzelbach – für einen Tag auch mit Erwachsenen: Die Kinderspielstadt beim BZN hatte zum Abschlussfest seine Zelte auch für die Großen aufgeschlagen.

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  • Das Stadtfest zum Abschluss der Freizeit wird jetzt gleich eröffnet. Bürgermeisterin Melina samt Amtskette sind auf dem Weg zur Bühne. 1/2
    Das Stadtfest zum Abschluss der Freizeit wird jetzt gleich eröffnet. Bürgermeisterin Melina samt Amtskette sind auf dem Weg zur Bühne. Foto: 
  • Burzelbach – das ist WG-Leben samt dem Bekenntnis zu universellen Freiheitsrechten, hier beschworen bei der Ansprache ans Volk der Kinderspielstadt. 2/2
    Burzelbach – das ist WG-Leben samt dem Bekenntnis zu universellen Freiheitsrechten, hier beschworen bei der Ansprache ans Volk der Kinderspielstadt. Foto: 
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 „Nein, wir wollen nicht erwachsen werden!“ In einem großen Chor empfingen die „Burzelbacher“ zum Abschlussfest ihre Besucher. 140 Kinder hatten  14 Tage eine tolle Freizeit. Sie haben ihren eigenen Staat, genauer: eine Stadt in der Stadt, und dies sogar gleich mit zwei gleichberechtigten Bürgermeisterinnen – Melina und Lorena. Burzelbach kommt allerdings mit nur 30 „Bediensteten“ aus, jungen Leuten, die den Buben und Mädchen in ihren Zelten und Bauwagen an die Hand gehen. In der „Buba-Zeitung 2016“ wurden sie einzeln und im Bild vorgestellt.

Zahlungsmittel ist der „Burzel“, eins zu eins einlösbar gegen Euros. Selbstredend gibt es natürlich auch eigene Personalausweise, Bürgerausweise, die die kleinen Stadtbewohner sich umhängen.

Vorzugsweise leben die Jungs und Mädels der Kindespielstadt Burzelbach am Rande des BZN-Geländes in Wohngemeinschaften; klassischen WGs also, in denen zwar Gleichberechtigung gilt, es aber neben den Rechten auch Pflichten gibt – so gehört sich das. Denn irgendwie muss ja auch Ordnung im Staate herrschen – bei neun WG-Zelten, sieben Bauwagen, zehn Spielstätten, einem Waschzelt und dem Zirkuszelt.

„Erwachsenenfreie Zone“ ist überall zu lesen – und das galt selbst für die Polizei. Der Posten „Nord“ mit seinen Beamten wurde eigens darauf hingewiesen, bevor die Beamten dann aber doch Einlass bekamen und sich mit einer interessanten Fahrzeugschau dafür bedankten. Auch die Reutlinger Feuerwehr durfte bei der 14-tägigen Freizeit vorbeischauen. Die fuhr dann auch gleich die große Drehleiter aus.

„Freies Denken und Rechte“, rief Bürgermeisterin Melina ins große Halbrund des proppenvollen Zelts zur Abschlussfeier, „das gilt weltweit und auch für Burzelbach!“ Dann proklamierten die Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Stadtfest eine Sonderregelung. Sie riefen: „Elternfreie Zone – heute nicht.“

Ganz generös verkündete Burzelbach, dass am Ende der Freizeit doch noch einige Burzel übrig geblieben seien, sodass man sie den Eltern als Taschengeld geben werde.

Den künstlerischen Auftakt auf der großen Bühne im Zirkuszelt machte Daniel mit  der Star-Wars-Hymne an der Violine. Uwe Weber,  bei der „richtigen“ Stadt, also „unserer großen Partnerstadt“, wie die Burzelabcher sagen, ist zuständig für Sport und Jugend, und er erzählte den Kindern, dass es die Stadtranderholung schon seit den 50er Jahren gibt. Burzelbach selbst erlebt heuer seine 17. Auflage. Es folgten tolle Tanzvorführungen, dann durfte draußen weiter gefeiert werden.

Daniela Kirschbaum, die das große Treffen koordiniert, Ansprechpartnerin in allen Fragen ist, berichtet von einem reibungslosen Ablauf: „Das war wieder super, wir hatten ein fantastisches Team und ganz tolle Kinder.“ Nun folgen zwei weitere, zweiwöchige Burzelbachtreffen, erneut mit jeweils 140 Kindern.

  Keine Frage: „Arbeitnehmerrechte“ haben die Bediensteten der Stadt Burzelbach natürlich auch. So wechselt in der kommenden Woche das ehrenamtliche Team der 30 Betreuer, damit sich die bis Freitagabend Aktiven ausruhen können.

Und Daniela Kirschbaum, die all die 14 Tage ganz ohne Mikrofon ausgekommen ist, braucht jetzt erst einmal Salbei-Bonbons  für ihre hörbar lädierte Stimme.

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