Frühzeitige Kontrolle wichtig

Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind heuer sehr zahlreich und richten momentan in einer zweiten Welle große Schäden an Buchsbäumen an.

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Der Buchsbaumzünsler ist derzeit in der zweiten Generation verstärkt aktiv und richtet große Fraßschäden an. Im Foto ist eine ausgewachsene und eine junge Raupe im Vergleich zu sehen.  Foto: 

Der Buchsbaumzünsler ist verstärkt aktiv. „Die aktuellen Fraß-Schäden stammen von der zweiten Generation des Buchsbaumzünslers. Zwischen seinem letzten Standort und dem aktuellen Vorkommen können bis zu drei Kilometer von den erwachsenen Faltern zurückgelegt worden sein“, erklärt Kreisfachberater Thilo Tschersich von der Grünflächenberatungsstelle des Landkreises Reutlingen.

Die erste Welle des Befalls wurde bereits im Mai diesen Jahres deutlich – damals noch begünstigt von der Wärme in diesen Tagen. Zwischenzeitlich gab es eine Gewitterperiode, die dafür gesorgt hat, dass die Falter nur vereinzelt zur nächsten Eiablage ausfliegen konnten. Die weißen, etwa zwei Zentimeter großen Falter mit braunem Band an den Flügeln, haben ihre Eier zeitversetzt gelegt.

An Buchsbäumen lassen sich deshalb momentan gleichzeitig sehr junge und fast ausgewachsene Raupen finden. Beide sind gut erkennbar, weil sie glänzend grün sind und einen schwarzen Kopf haben. Sie verstecken sich unter und zwischen den Blättern und sind dadurch schwer zu finden. Aber wer dem Schadbild folgt und Zweige beiseite schiebt, entdeckt die Raupen fünf bis zehn Zentimeter weiter im Innern des Buchs, wie es in einer Mitteilung des Landkreises heißt.

Die jungen Raupen fressen nur das obere Blattgewebe in einem Schabefraß – dadurch erscheint das Laub stellenweise silbrig. Die älteren Raupen bewirken das typische Gespinst, in dessen Schutz sie das komplette Blatt und damit ganze Triebe kahl fressen.

Ein Befall durch den Buchsbaumzünsler ist weder meldepflichtig noch das unausweichliche Ende für den Busch. „Zur Pflege des Buchsbaumes gehört auf jeden Fall die Kontrolle auf Befall und das Bekämpfen des Buchsbaumzünslers“, erläutert  Tschersich. Die Fraß-Schäden verschwinden im besten Fall rasch wieder unter jungem Laub, wenn es dem Buchsbaum sonst gut geht.

Erstes Anzeichen eines Befalls sind die abgeschabten Blätter an jungen, grünen Triebspitzen. Die 7 bis 10 Millimeter langen Räupchen sind nur bei gezielter Suche zu finden. Auffälliger sind die Gespinste der größeren, ein bis 4 Zentimeter langen Raupen und ihre grünen Kotkrümel, die einen aktuellen Befall des Buchses anzeigen.

Hier bietet sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an, wofür sowohl chemische als auch biologische Präparate in Frage kommen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz aller Pflanzenschutzmittel ist jedoch immer das genaue Beachten der Anwendungshinweise. Als Kontaktgift muss das Spritzmittel mit den Tieren direkt in Berührung kommen. Beim Spritzen muss vor allem der innere Bereich der Pflanzen benetzt werden, weil sich die Tiere dort aufhalten.

Günstig kann sich auch ein später Schnitt Ende August oder Anfang September auswirken, weil damit die nächsten Eigelege entfernt werden können. Da die jungen Raupen im und unter dem Buchs überwintern, sollte die nächste Befallskontrolle mit den ersten warmen Tagen im April erfolgen.

Das Roden von Buchsbäumen ist nur im Ausnahmefall erforderlich. Erst wenn die Raupen kein Laub mehr zu fressen finden, schaben sie die grüne Rinde von den jungen Trieben. Aus diesen ist dann kein frischer Austrieb mehr möglich. Mit einer regelmäßigen Befallskontrolle kommt es allerdings gar nicht erst so weit.

Zu Buchspflanzen gibt es allerdings auch Alternativen, betonte Tschersich: Als Beet-Einfassung oder niedrige Hecke bieten sich beispielsweise verschiedene Klein-Gehölze an, wobei der Grünflächenberater besonders die Liguster-Sorte „Lodense“ sowie die Heckenmyrte „Lonicera nitida“ als Sorte „Maigrün“ empfiehlt.

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