Förderpreis Innovation für Friedrich Seiz GmbH

Die Friedrich Seiz GmbH aus Glems ist Ende Juni bei VR-Innovationspreis Mittelstand mit dem Förderpreis Innovation ausgezeichnet worden.

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Bei der Preisübergabe (von links): Dr. Roman Glaser, Präsident des BWGV, Geschäftsführer Rainer Seiz und Staatsminister Klaus-Peter Murawski.  Foto: 

„Tüftlersinn, Mut und Hartnäckigkeit zahlen sich aus“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Preisverleihung des VR Innovationspreises Mittelstand. Der Preis sei ein Beleg, dass die genossenschaftlichen Banken und Sparkassen sowie die staatlichen Förderbanken mehr sind als reine Finanzinstitute. „Sie haben die Industriegeschichte unseres Landes ermöglicht und begleitet. Sie sind verlässliche Partner der regionalen Wirtschaft und der Menschen im Land“, so Kretschmann.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind mehr denn je der verlässliche Partner des Mittelstands in Baden-Württemberg“, betonte Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergische Genossenschaftsverbands (BWGV). In dieser Rolle sei es wichtig, kleinen und mittelständischen Unternehmen auch in der Zukunft einen möglichst barrierefreien Zugang zu ausreichend Krediten zu gewährleisten. „Nur so kann die Innovationskraft und damit die Zukunftsfähigkeit baden-württembergischer Unternehmen sichergestellt werden“, betonte Glaser. Auf 33,5 Milliarden Euro sind vergangenes Jahr die Kredite der 205 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Südwesten an Unternehmen angestiegen – ein Zuwachs von fünf Prozent. „Wachstum, Stabilität und Wohlstand hängen entscheidend vom langfristigen Erfolg unserer mittelständischen Unternehmen ab, die auf eine verlässliche Kreditfinanzierung durch lokal verankerte Kreditinstitute wie unsere Genossenschaftsbanken bauen“, unterstrich der BWGV-Präsident.

Der mit 10?000 Euro dotierte Förderpreis ging an die Friedrich Seiz GmbH für die Entwicklung eines direkt am Sicherheitshandschuh angebrachten Temperaturmessgeräts für Feuerwehrleute. Dank dieser Weltneuheit müssen diese nicht mehr die Schutzhandschuhe ablegen, um die Oberflächentemperatur einer Tür zu überprüfen. Dies wiederum macht den Einsatz bedeutend sicherer.

In der Begründung der Jury heißt es: „In folgender gefährlichen Situation befinden sich Feuerwehrleute fast täglich: Sie sind in einem brennenden Gebäude, stehen vor verschlossenen Türen oder Toren und wissen nicht, was sich dahinter verbirgt. Bevor sie eine Tür öffnen, ist es zwingend notwendig, die Temperatur der Oberfläche zu überprüfen und Rückschlüsse auf die aktuelle Situation hinter der Tür schließen zu können. Denn wenn sie sehr warm oder heiß ist, ist mit einem Feuer dahinter zu rechnen. Durch das Öffnen und der damit verbundenen Luftzufuhr kann eine Rauchgasdurchzündung entstehen, ein so genannter Flashover. Dabei entstehen Temperaturen von 1000 Grad Celsius und mehr. Bisher müssen die Feuerwehrleute ihre stark isolierenden Handschuhe ausziehen, um die Temperatur zu erfühlen. Diese übliche Vorgehensweise gehört dank der Innovation des Schutzhandschuh-Spezialisten Seiz der Vergangenheit an.“ Das Unternehmen habe eine Messeinheit, das „Seiz Lasertemp“, entwickelt, die am Handschuh befestigt werden kann und die genaue Temperatur misst. Durch ruckartiges Handschütteln wird das Lasertemp aktiviert und misst in Sekundenbruchteilen die Temperatur. Das Ergebnis wird auf zwei Displays anhand von Leuchtdioden dargestellt. Bis 60 Grad Celsius leuchten grüne LEDs, ab 60 Grad rote, sodass auch bei starkem Rauch die Signale gut sichtbar sind.

„Unser patentiertes Gerät leistet einen Beitrag, Feuerwehreinsätze sicherer zu machen“, erklärte Geschäftsführer Rainer Seiz, der selbst viele Jahre aktiver Feuerwehrmann war. Das 1961 gegründete Familienunternehmen ist einer der bekanntesten Hersteller textiler Handschuhe und hat 1994 den weltweit ersten textilen Feuerwehrhandschuh erfunden. Der Name Seiz steht für eine Marke, die Feuerwehrleute und Rettungsdienste weltweit kennen und schätzen.

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