Fördermittel und eine Einladung nach Linz

Die Arbeit des Tonne-Theaters trägt Früchte. Das Land fördert "Die Blinden", ein Projekt mit Behinderten 2016. Und die integrative Produktion "Charlie" ist zum Festival "Sichtwechsel" nach Linz eingeladen worden.

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"Charlie" darf reisen - zum Festival "Sichtweisen" nach Linz.  Foto: 

Insgesamt stellt das Kunstministerium Baden-Württemberg rund 280 000 Euro für elf Projekte und Konzeptionen baden-württembergischer Privattheater bereit. Kunststaatssekretär Jürgen Walter erläutert: "Theater ist für alle da. Es freut mich besonders, dass unter den geförderten Projekten Vorhaben sind, die sich mit der Situation der Flüchtlinge und von Menschen mit Handicap beschäftigen."

Die per Juryentscheidung vergebenen Gelder kommen unter anderem der Theaterei Herrlingen und weiteren Bühnen in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Schorndorf und Eppingen zugute. Auch das Zimmertheater Tübingen wird gefördert, für sein im März 2016 geplantes Projekt "Zeit im Dunkeln" erhält es 11 000 Euro. Es ist ein Stück über "illegale" Immigranten des renommierten und jüngst verstorbenen Theatermanns Henning Mankell, der mit seinen Wallander-Krimis Millionen-Auflagen erzielte.

Das Reutlinger Tonne-Theater bekommt 30 000 Euro für sein Projekt "Die Blinden" zugesprochen. Diese Produktion, die auch Menschen mit Behinderung integriert, ist für April 2016 geplant. Als Grundlage dient das gleichnamige, 1891 in Paris uraufgeführte Stück des Symbolisten Maurice Maeterlinck. Es handelt von einer Gruppe Blinder, deren sehender Betreuer verstorben ist und die nun auf einer Insel völlig alleine zurecht kommen müssen. Derzeit erhalten - bei entsprechender kommunaler Beteiligung - 49 privat getragene Theater institutionelle Landeszuschüsse. Daneben werden alljährlich Projektmittel an private Klein- und Figurentheater vergeben, über die eine Fachjury entscheidet - in diesem Jahr beläuft sich die Summe auf die genannten 280 000 Euro. Diese zusätzlichen Gelder sind ausdrücklich für Vorhaben oder Konzeptionen bestimmt, die über den laufenden Spielbetrieb hinausgehen.

Und nun zur zweiten guten Nachricht für die Tonne: Die Produktion "Charlie" der integrativen Theatergruppe kann sich über die Einladung zum Festival "Sichtwechsel" im österreichischen Linz freuen. "Charlie", eine choreografisch-szenische Begegnung mit Chaplin, feierte im April 2015 Uraufführung. Und die Tonne wird nun damit im Juni 2016 beim Linzer Festival gastieren, wo auch Stars wie Eva Mattes und Angela Winkler auftreten.

Bereits 2014 durfte das Reutlinger Theater sein Frida-Kahlo-Stück beim "Grenzgänger"-Festival in München präsentieren. Die Begeisterung des Ensembles, berichtet Dramaturgin Karen Schultze, sei "umso größer", da es nun mit der klang- und bewegungsreichen Hommage an den großen Chaplin "sogar im Ausland" auftreten dürfe.

Zum Stück: Szenen vom Filmdreh, von Proben, vom Casting, aber auch von der Filmvorführung selbst samt Live-Geräuschemachern werden, ebenso wie Einblicke in Chaplins Leben und Philosophie, hier "auf poetische, andeutungsreiche Art" umgesetzt, erklärt Schultze. Dazu wurden eigene Choreografien kreiert, außerdem eine Pantomime-Studie und auch Musik, die das Geschehen wie im Stummfilm untermalt, kommentiert und Stimmungen schafft.

Es sei "eine große logistische Herausforderung", sagt Karen Schultze, mit dem vielköpfigen, zum Teil auf E-Rollstühle angewiesenen Ensemble auf Reisen zu gehen. Und es war trotz des großen Interesses, das die Festivalleitung in Linz schon länger signalisiert hatte, ganz und gar nicht leicht, alle Formalitäten zu klären und Voraussetzungen zu erfüllen. Das aber ist jetzt gelungen, und die feste Zusage ist nun eingetroffen.

Vorstellungen in Reutlingen "Charlie" erlebt noch fünf letzte Vorstellungen in der Planie 22: Samstag, 12. Dezember; Sonntag, 13. Dezember; Freitag, 18. Dezember; Samstag, 19. Dezember; Sonntag, 20. Dezember. Beginn ist am 12. und 18. um 20 Uhr, sonst um 18 Uhr.

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