Flüchtlingsklasse im Ernährungsprojekt

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Jedes Jahr stellen an der Laura-Schradin-Schule (LSS) die Schüler der zweijährigen Berufsfachschule das Projekt "Was is(s)t die Welt?" auf die Beine. Die Klasse redet über den Welthunger, kocht Rezepte aus Ländern der ganzen Welt und lernt, sich mit einem "großen" Thema zu beschäftigen. Am Ende gibt es eine große Präsentation, dieses Mal auch mit den Flüchtlingen aus vielen Ländern der neuen VABO-Klasse an der Schule.

Das Projekt läuft nicht ohne das Entwicklungspädagogische Informations-Zentrum (EPIZ). Diese Einrichtung ist eine wichtige außerschulische Institution des globalen Lernens an der Schule (wir berichteten). Die Schülerinnen besuchten das Globale Klassenzimmer des EPIZ in der Wörthstraße und wurden in der LSS eine Woche lang von zwei Experten des EPIZ begleitet. Wozu machen die Schüler das?

Die Note für die harte Arbeit wirkt sich auf ihre Projektkompetenz aus. Getestet werden das Projektvorhaben, das Bilden der Gruppen, Planen, Methoden anwenden und Zuverlässigkeit. Alles Fähigkeiten für die Zukunft der Schülerinnen. Aber es ist auch die Zukunft der ganzen Welt. Denn der Hunger wird in Afrika und Asien nicht weniger. Dabei gibt es genug, um alle zu ernähren, aber fairen Handel zu schaffen, ist nicht leicht, wie die Schüler in der Projektwoche erfahren durften. Manchen Bauern wird das Land weggenommen, um den Handel zu unterstützen, aber wiederum leiden diese auch darunter, weil dabei ihre Existenz verloren geht und alles, was sie haben.

Ein "Runder Tisch" führte die Diskussion über die Welternährung mit einem Rollenspiel zwischen zwei brasilianischen Bäuerinnen, einer Menschenrechts-Aktivistin, dem Landwirtschaftsminister Brasiliens, dem Gründer der FAO (Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen), einem der größten Lebensmittelexporteure der Welt und - einer Schülerin der LSS. Jede Schülerin bekam eine Person zugeteilt und musste die Informationen, die sie hatte, in einen Dialog umschreiben. Am Ende kamen die Schüler zu dem Schluss, dass jede und jeder Rechte hat und die Fragen nicht kurzfristig geregelt werden können.

Was haben die Schülerinnen gelernt? "Ich war sehr erschrocken darüber, dass in Indien mehr Menschen sterben als in ganz Afrika", lautete eine Aussage. In den Ländergruppen wurden allgemeine und für die Schüler besonders interessante Infos über die wirtschaftliche Lage und die Kultur eines Landes recherchiert und für die Präsentation aufbereitet. Einige Mitglieder der VABO-Klasse aus Afghanistan und Togo tanzten, sangen und trommelten mit, stellten sich vor, trugen zum Finden von Rezepten bei und integrierten sich so in die Vorstellung ihres Heimatlandes. "Wir haben mehr über die anderen Länder erfahren."

Getanzt wurde "One Billion Rising". Der steht für Frauenrechte und soll Frauen auffordern, für das Recht auf Gleichheit zu kämpfen. Das hatten die Schülerinnen schon Wochen davor geprobt und für diesen Tag einstudiert.

Die Präsentation war erfolgreich. Genauso wie das große multikulturelle Essen zwei Tage nach der Projektwoche. Jede Gruppe kochte die Gerichte eines Landes, bestellte dazu die Lebensmittel, erstellte ein Kochbuch und die Tischdekoration. "Das arabische Essen war lecker", war eine Schülerin voll des Lobes über das Gericht.

Wie haben sich die Schülerinnen gefühlt? "Ich war begeistert von der ganzen Präsentation. Sie war so voller Vielfalt, und die Auswandererklasse fand es, glaube ich, ganz schön, dass sie da mit einbezogen wurde. Es war klasse", lautete eine Aussage. Eine andere: "Es war auf jeden Fall abwechslungsreich und produktiv, sehr informativ. Auch wenn es hin und wieder Missverständnisse gab, haben wir uns alle eigentlich gut miteinander auseinander gesetzt."

Fazit: Das Projekt der LSS beginnt tatsächlich bei der Jugend zu fruchten. Sollten auch andere Schulen und Arbeitgeber dieses Projekt bei sich aufnehmen? Die Schülerinnen und Schüler der Laura-Schradin-Schule gehen mit gutem Beispiel voran und verabschiedeten sich mit dem Schlusssatz: "So is(s)t die Welt. Gemeinsam für eine Welt - OHNE Hunger."

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