Feier mit lachendem Löwen

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Schwungvoller Festakt: Vladi und Christof Altmann spielten nicht nur Theater, sie luden auch die Festbesucher zu einem Fitness-Mitmach-Programm ein.  Foto: 

Es war eine ganz andere Art des Festakts, so wie die Peter-Rosegger-Schule ja auch eine andere Art der Bildungseinrichtung ist: Locker, schwungvoll, mit viel Bewegung und ganz viel Spaß wurde am gestrigen Donnerstag in der Sonnenstraße 58 gefeiert. In der Sporthalle freuten sich neben zahlreichen Gästen selbstverständlich auch die Schüler der Rosegger-Schule auf das ungewöhnliche Festprogramm – bei dem nicht (wie gewohnt) das gesprochene Wort im Mittelpunkt stand, sondern viel Action, Bewegung und Freude.

Nur Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gratulierte in ihrem Grußwort zum 50-jährigen Bestehen und ging auch ein wenig auf die Geschichte der Schule ein, die 1967 für „Bildungsschwache“ gegründet worden war. Die offizielle Begrüßung hatte Rektor Joachim Kalk übernommen und unter den zahlreichen Gästen auch all seine Vorgänger im Amt ausgemacht.

Dass in dem halben Jahrhundert gerade mal drei Rektoren die Geschicke der Bildungseinrichtung leiteten, ist sehr ungewöhnlich. Umso erfreulicher, dass Wolfgang Rinn und Manfred Breitinger zusammen mit Joachim Kalk die 50-jährige Geschichte der Rosegger-Schule abbildeten. Hinzu kamen noch zwei Lehrerinnen, die beide sage und schreibe jeweils 40 Jahre an der Schule unterrichtet hatten. „Das kann man kaum glauben, nicht wahr Ricardo“, sagte Joachim Kalk zu dem angesprochenen Schulsprecher. Ricardo bestätigte das und hatte im Übrigen im Dialog mit dem Rektor die Begrüßung übernommen. „Wer mal den Bazillus dieser Schule intus hat, der bleibt offensichtlich auch dabei“, hatte Barbara Bosch kommentiert.

Ansonsten gab es wohl den ungewöhnlichsten Festakt, den eine Schule je zum 50. Geburtstag gefeiert hat: Vladi und Christof Altmann brachten mit ihrem Kinder- und Musiktheater die Sporthalle zum Beben: Nicht allein, dass das Ehepaar bei seinem  Auftritt einen Löwen zum Lachen brachte, es lud auch die Festbesucher erst einmal zum Fitness-Mitmach-Programm ein: Einfach nur dasitzen und zugucken, gab es bei den Musikclowns offensichtlich nicht – aufstehen, hinsetzen, Hände hoch, klatschen, mitsingen.

Ein wenig zuhören mussten die Gäste dann doch noch, als Barbara Bosch den Blick ein wenig zurückwendete und dabei feststellte, dass die Geschichte der Schule in einem Forsthaus mit 30 Kindern begonnen hatte. Heute sind es genau 104, dazu kommen 44 Lehrkräfte – und da kommentierte Rektor Kalk: „Lehrer wachsen nicht auf Bäumen – sonst hätte die Stadt vor der Stadthalle andere Bäume aufgestellt.“ Weiterhin sind an der Rosegger-Schule sechs Lehranwärter, fünf Schulbegleiter, sechs FSJler und zwei Servicekräfte damit beschäftigt, den Schülerinnen und Schülern „Handlungs- und Praxisorientierung“ zu vermitteln.

Die Reutlinger Oberbürgermeisterin bekräftigte zudem, dass die „Debatte um Inklusion“ und Schulen für Menschen mit besonderem Förderbedarf „uns bis heute begleitet“. Sie selbst halte dabei „nichts von Schwarz-Weiß-Denken“: Sie befürworte Inklusion genauso wie den Fortbestand von Förderschulen. Allerdings müsse für jedes Kind das jeweils Passende gefunden werden. „Da ist beeindruckend, was in unserer Stadt alles passiert.“ Eigentlich sei ja der Landkreis für so eine Bildungseinrichtung wie die Peter-Rosegger-Schule zuständig, konnte sich Barbara Bosch einen Seitenhieb gegenüber der Landkreisverwaltung nicht verkneifen. Dass sich die Stadt entschlossen habe, die Trägerschaft für die Förderschulen zu übernehmen, halte sie aber für richtig und wichtig: „Wir würden als Schulträger die Peter-Rosegger-Schule vermissen – wäre sie nicht mehr da, müssten wir sie gleich wieder einführen“, betonte Reutlingens Stadtoberhaupt in seinem Schlusswort.

Mit dem Festakt am Donnerstag ist die Jubiläumsfeier der Peter-Rosegger-Schule aber noch lange nicht vorbei: Morgen, Samstag, 20. Mai, steigt zwischen 14 und 17.30 Uhr eine Schulfete in der Sonnenstraße 58. Ratequiz, Malwettbewerb, Fotoausstellung mit Aufnahmen von gestern und heute, eine Vielzahl an Mitmachaktionen warten auf die Gäste ebenso wie das neue Fußballfeld, das dann offiziell in Betrieb genommen wird. Zu der Feier ist im Übrigen jede und jeder Interessierte eingeladen. nol

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