Farbige Arrangements in lockerem Swing

Der Funke sprang über beim Jubiläumsabend der "Voices Reutlingen", die mit ihrem Programm "Celebrations 4 Generations" das Publikum im kleinen Saal der Reutlinger Stadthalle zum Jubeln brachten.

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Die "Voices" zelebrierten ihr 20-jähriges Bestehen mit Musik von den 1920er Jahren bis heute. Foto: Susanne Eckstein

Gleich zwei Mal gingen die "Celebrations" von 20 Jahren "Voices" über die Bühne des kleinen Saals der Stadthalle. Vermutlich hat der Kammermusiksaal so etwas noch nicht erlebt: Charleston, RocknRoll und ein swingender Laienchor auf der Bühne sowie ein begeistert mitmachendes Publikum im rappelvollen Saal.

Zelebriert wurden nicht nur das Jubiläum des immer noch jungen Chors, sondern auch "seine" Musik und seine Talente. Repertoire ist der riesige Fundus der populären Musik von 1920 bis heute, deren Geschichte das Programm in vier großen Generationenschritten durchmaß, temperamentvoll geleitet von Cornelius Fritz, unterhaltsam erläutert von Moderator Harry Röhrle, begleitet vom Peter Hermann Trio, der Combo des früheren Voices-Leiters Peter Hermann. Im ersten Teil gings von Jazz, Charleston und Tonfilm über die RocknRoll-Ära bis zu den Zeiten von Beat und Flower Power.

Dazu hatten die Chorsängerinnen und -sänger einiges aufgeboten. Passendes Outfit, versteht sich: kurze Säume und lange Ketten für die zwanziger, wippende Röcke für die fünfziger und bunte Hippie-Gewandung für die siebziger Jahre. Hinzu kamen temporeiche Charleston- und Jive-Einlagen von Turniertanzpaaren, charmante Solo-Auftritte des lupenrein intonierenden Damen-Trios "Blue Note" und von drei Chorsängern, die sich als "Drei von der Tankstelle" präsentierten.

Mit "To Be Or Not To Be" bewährten sich die "Voices" im anspruchsvollen Chorgesang, der auch ein vielstimmig arrangiertes, attraktives Elvis-Medley prägte. Der 68er-Mythos wurde mit "Born to be wild" und "San Francisco" beschworen, assistiert vom Duo "This is Us" (Tanja Niederfeld und Wolfgang Lang) mit "Catch The Wind". Wie gut ausgebildet jeder einzelne Sänger ist, zeigte sich in den solistischen Passagen, die souverän und tadellos von eigenen Kräften ausgeführt wurden.

Konzentriert und stimmig gestalteten die "Voices" die diffizilen Arrangements der mehrstimmigen Chorsätze, alles wurde auswendig gesungen. Die harte Arbeit konnte man fast vergessen bei dem lockeren Rhythmus-Feeling, das nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar bezauberte: als durchgehender Swing, als sprechende Choreographie, als ansteckendes Mit-Rocken. Letzteres war im zweiten Teil des langen Abends angesagt, der den aktuelleren Hits ab 1980 gewidmet war. Ob der schwäbische Sketch von Fritz & Fränds hier passte, sei dahingestellt; die derben Gags und Verrenkungen fanden jedenfalls ihre Lacher.

Für den Finalteil hatte sich der Chor Erfolgs- und Lieblingsstücke ausgesucht und bot sie mit beschwingter Intensität dar. In vielstimmiger Fülle "Against All Odds" von Phil Collins und "Alles nur geklaut" von den "Prinzen", als Solo-Darbietung von Richard Gminder den skurrilen "Ba-Ba-Banküberfall" der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung". Schneller ging der Puls mit "Over My Head" und "Dont Stop Believin", dessen kraftvoll intoniertes Motto "Don"t stop!" man den "Voices" wünschen wollte: Weiter so!

Viel Jubel erntete der Chor danach mit Michael Jacksons Plädoyer für eine bessere Welt, bei "Heal the World" sangen etliche im Publikum mit, und bei den zündenden Rhythmen von "Celebration" von Kool & The Gang geriet der Saal in Hochstimmung, gemeinsam sangen und rockten "Voices" und Publikum, gemeinsam feierten sie ihre Musik und ihr Jubelfest. Auch wenn man Chor und Chorleiter die Anstrengung um 22.30 Uhr ein wenig anmerkte, wurde dem begeisterten Publikum gern eine Zugabe gewährt.

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