Familienhebammen weiterhin fördern Linke Kreisräte fordern weitere frühe Hilfen

Petra Braun-Seitz und Thomas Ziegler, die beiden Kreisräte der Linken, fordern auch künftig die Förderung der Familienhebammen im Kreis Reutlingen.

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"Mit einiger Verwunderung" haben die Kreisräte der Linken der Presse entnommen, dass Familienhebammen im Kreis Reutlingen für ihren Einsatz bei Familien, die dringend frühe Hilfen benötigen, nicht mit dem Kassensatz vergütet werden sollen, und dass sieben Familienhebammen deshalb ihrer wichtigen Arbeit nicht mehr nachgehen werden.

Im Dezember hat der Kreistag den Haushalt 2015 beschlossen, in dem unter "Frühe Hilfen" für Erstattungen an Fachkräfte - also Familienhebammen, Krankenpfleger und andere - 250 000 Euro eingeplant sind. Aus Sicht der Linken-Kreisräte Petra Braun-Seitz und Thomas Ziegler verbleibt hier durchaus noch Spielraum für eine angemessene Bezahlung dieser Fachkräfte angesichts eines Gesamtvolumens von 271 Millionen Euro. Ausgerechnet bei frühen Hilfen dürfe nicht gespart werden, sagen die Linken.

Wer von seinen Eltern in der frühen Kindheit lieblos behandelt und vernachlässigt wurde, spüre die Folgen ein Leben lang. Entwicklungsstörungen mit den Folgen von Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsmängeln, Angststörungen und Depressionen seien häufige Folgen des sozialen Dauerstresses. Psychosoziale Unterstützung von Anfang an könne Schäden verringern und Langzeitfolgen verhindern.

Eine bundesweite Statistik zählt jährlich 400 schwerste Kindes-Misshandlungen im ersten Lebensjahr, darunter Misshandlungen mit Todesfolge. Der 11. Kinder- und Jugendbericht spricht davon, dass zehn bis 15 Prozent aller Eltern ihre Kinder häufig und schwerwiegend körperlich bestrafen. 80 000 Kinder in Deutschland leiden bereits im ersten Lebensjahr an emotionaler und körperlicher Vernachlässigung.

Rund um die Geburt sind Familien eher bereit, Hilfen anzunehmen. Hebammen gegenüber haben Mütter zudem in der Regel hohes Vertrauen. Aus diesem Grund schaffen Familienhebammen leichter Zugänge zu weiteren Hilfen und motivieren Familien für die Annahme von Hilfe. Durch die Präventionsarbeit, die die Familienhebammen leisten, könne viel Leid in Familien verhindert werden.

Der Kreis Reutlingen hat von der Landesregierung 2013 ein Zertifikat verliehen bekommen für präventiven Kinderschutz. Dazu gehören aus Sicht der Linken-Kreisräte aber auch künftig unbedingt die frühen Hilfen durch Familienhebammen.

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