Fahrplan in „Echtzeit“ prüfen

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Aufladen. Losfahren“: Hinter dem einfach klingenden Motto der RSV steckt ein neues, umfangreiches Techniksystem, das demnächst die Nutzung des öffentlichen Busnahverkehrs noch attraktiver machen soll. Geschäftsführer Mark Hogenmüller und Marketingleiter Bernd Kugel stellten das als „Riesenprojekt“ bezeichnete Verfahren, das die Erneuerung der kompletten Betriebsleit-, Funk-, Informations- und Vertriebstechnik umfasst, jetzt vor. Gleich zwei Neuerungen sollen den Fahrgästen das Busfahren erleichtern. Nach Abschaffung der „naldocard“, von der rund 20 000 Stück im Umlauf waren, im Jahr 2015 kommt am 1. März 2017 mit der „+k@arte“ (Pluskarte) eine neue bargeldlose Zahlungsvariante auf den Markt. Chipschonend muss sie nicht einmal in einen Schlitz gesteckt, sondern einfach nur vor den Fahrscheindrucker im Bus gehalten werden. „Die Karte ist gegen eine Gebühr von zwei Euro erhältlich und kann bis 100 Euro aufgeladen werden“, erläuterte Kugel. Damit kann das im Bus angebotene Fahrscheinsortiment gekauft werden, unter anderem auch der ermäßigte RSV-Einzel-Spar-Schein. Für andere Verkehrsunternehmen des Verbundes naldo und im Nachtbus gilt die Karte nicht. Erworben werden kann sie direkt beim Busfahrer und an verschiedenen Verkaufsstellen. Natürlich kann weiterhin mit Bargeld bezahlt werden.

Die zweite, als „Quantensprung“ bezeichnete Neuerung, ist die umfassende Fahrplaninformation in Echtzeit, abrufbar auf der RSV-App für Smartphones. Sie basiert auf dem Überblick über den gesamten Busnahverkehr in der RSV-Zentrale. „Fahrgäste können sich die nächste Haltstelle anzeigen und sich dahin lotsen lassen“, erläutert Hogenmüller. „Ein Fingertipp auf die Haltestelle listet die dort verkehrenden Buslinien und deren Abfahrtszeiten auf.“ Für Kunden mit Behinderungen gibt es ein Symbol, das barrierefreie Busse mit Klapprampe anzeigt. „Echtzeit“ bedeutet, dass der Fahrgast auch erfährt, ob ein Bus bereits „durch“ ist oder sich das „Losrennen“ noch lohnt. Bereits zuhause könne man zum Beispiel bei Blitzeis erkennen, ob der Bus überhaupt fährt oder man auf Zug oder Taxi ausweichen muss.

„Das Ziel ist die Vernetzung mit anderen Buslinien über die Datendrehscheibe in Stuttgart, in die wir bereits einspeisen“, so Hogenmüller. Unter www.efa-bw.de stehen Echtzeitinformationen für eine Reisekette von beispielsweise Reutlingen bis Heilbronn zur Verfügung. Die App gibt es unter dem Namen „ÖPNV live“ gratis im App Store. Ab April werden am ZOB und wichtigen Haltstellen in Reutlingen dynamische Fahrgastanzeiger installiert. Sie informieren beispielsweise über Verspätungen. Intern sorgt das zwei Millionen teure und zur Hälfte vom Land geförderte System für die Optimierung der Betriebsabläufe.

„Die Fahrer werden entlastet, weil alles Wichtige auf einem Gerät ablesbar wird“, sagt der Geschäftsführer. „Sie werden auch darüber informiert, ob sie auf einen Anschlussbus warten sollen.“ Die Belastung und Pünktlichkeit der Linien könne ebenfalls ausgelesen werden. Mögliche „Kinderkrankheiten“ des Systems sollten ausgebadet sein, denn in Karlsruhe ist es bereits seit einiger Zeit in Betrieb.

Info Informationen im Internet unter „www-Reutlinger-stadtverkehr.de“.

Euro können Fahrgäste der Reutlinger Stadtverkehrsbetriebe maximal auf die neue Pluskarte, die es zum Preis von zwei Euro zu kaufen gibt, buchen und damit ihre Tickets bezahlen.

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Kommentare

27.02.2017 12:59 Uhr

Wurde mal Zeit

Ich finde die öffentlichen Verkehrsmittel sollten generell in ganz Deutschland schleunigst modernisieren um überhaupt nocheinmal attraktiv zu bleiben. Da fährt man ja in manchen Städten viel lieber Fahrrad als sich in so einen Bus zu setzen.
Von daher - klasse Aktion!

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