Fachlichkeit soll künftig im Vordergrund stehen

Noch bis 27. Februar können sich Bürger für die Aufnahme in den Integrationsrat bewerben. Am Samstag fand in der Stadthalle eine Info-Veranstaltung zur Benennung der neuen Gremium-Mitglieder statt.

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    Die Integrations-Experten am Baum der Religionen. Fotos: Jürgen Spiess
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    Cemile Giousouf, MdB, wirbt für eine Willkommenskultur und ein neues Wir-Gefühl.
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Cemile Giousouf ist jung, muslimisch und setzt sich seit vielen Jahren in unterschiedlicher Funktion für die Belange von Migranten ein. Und genau darum geht es auch bei dieser Info-Veranstaltung: Um die Bedeutung von politischem Engagement von und für in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten.

Die gebürtige Leverkusenerin ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Sie war Referentin im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und sitzt seit zwei Jahren für die CDU im Bundestag. In der Achalmstadt ist Cemile Giousouf erstmals zu Besuch und zeigt sich beeindruckt von dem Reutlinger Engagement für Integration. Sie plädiert in ihren Ausführungen für eine Willkommenskultur und ein neues Wir-Gefühl, das sich am Gemeinwohl aller in Deutschland lebenden Menschen orientiert: "Wir sind keine Migranten von Beruf, sondern wollen politische Verantwortung übernehmen und die Zukunft dieses Landes mitgestalten", so die integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Nach dem musikalischen Auftakt der Gemeinderäte-Rockband "Rockwärts" und der Begrüßung durch Sozialbürgermeister Robert Hahn wirbt Cemile Giousouf ebenso wie die Integrationsbeauftragte Sultan Braun dafür, sich als Mitstreiter für das Gremium zu bewerben. Erst Mitte vorigen Jahres hatte der Gemeinderat die Neuausrichtung der kommunalpolitischen Migrantenvertretung beschlossen. Ab Sommer werden dem neuen Integrationsrat 14 Räte plus 14 Stellvertreter angehören, die nicht mehr gewählt, sondern vom Gemeinderat ernannt werden. Gesucht sind kompetente Mitstreiter, die sich in wichtigen Themenfeldern von Migration und Integration auskennen. "Die Fachlichkeit soll im Vordergrund stehen", so Hahn. Der Integrationsrat, dessen Bewerbungsfrist am 27. Februar, 13 Uhr, endet, soll ein "reines Expertengremium" sein.

Sultan Braun erklärt im Anschluss das Bewerbungsverfahren (wir berichteten), informiert über die Aufgaben und die Struktur des Rates und berichtet über Neuerungen, etwa, dass nicht vier, sondern sechs Sitzungen im Jahr stattfinden. Beim Alten bleibt die Regelung, dass jede der sechs Gemeinderatsfraktionen einen Sitz im Integrationsrat beansprucht und den Vorsitz weiterhin Ob Barbara Bosch hat.

Die meisten bisherigen Mitglieder, aber nicht alle, begrüßen die neue Form. Das kommt in der Diskussionsrunde mit amtierenden Integrationsrat-Mitgliedern zum Ausdruck. Während Stadtrat Carl-Gustav Kalbfell dem demokratischen Prozess der Wahl nachtrauert, befürworten Ramazan Selcuk und andere die Regelung, sachkundige Bürger ins Gremium zu bekommen. Damit erhöhe sich die Chance, dass mehr Kompetenz, Verbindlichkeit und personelle Qualität erreicht werde.

Bisher haben sich rund 20 Interessenten beworben. Obwohl der Integrationsrat weiter nur beratende Funktion haben wird, erhoffen sich viele - so der Tenor der Fragerunde - mehr Gewicht des Migranten-Gremiums im Gemeinderat.

Cemile Giousouf

Für viel Wirbel sorgte Cemile Giousouf im September 2013, als sie als erste CDU-Abgeordnete muslimischen Glaubens in den Bundestag einzog. Als Tochter türkischstämmiger Gastarbeiter aus Griechenland wurde sie am 5. Mai 1978 in Leverkusen geboren, verbrachte die erste Zeit in Griechenland und kam mit zwei Jahren nach Deutschland zurück. Nach dem Abitur studierte sie in Bonn Politikwissenschaft, Soziologie und Islamwissenschaften und arbeitet ab 2009 als Referentin im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in der Integrationsabteilung. Seit ihrer Wahl in den Bundestag ist Giousouf Mitglied des Bildungsausschusses, sitzt stellvertretend im Innenausschuss und wurde zur Integrationsbeauftragten der CDU/CSU-Fraktion ernannt.

SWP

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