Export weiter auf Höhenflug

Der Export hält die heimische Wirtschaft weiter in Schwung. Der IHK-Konjunkturklimaindex steht zu Jahresbeginn auf 127 Punkten. Insgesamt ist die Lage gut, die Aussichten fürs Jahr sind ordentlich.

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Der Konjunkturklimaindex verliert im Vergleich zum Herbst zwei Punkte und bewegt sich damit seit 2011 ununterbrochen in einer Bandbreite zwischen 119 und 138 Punkten. Der Index bildet Lage und Erwartungen der heimischen Unternehmen ab.

Regionaler Stabilitätsanker ist der Außenhandel, heißt es in einer Mitteilung der Reutlinger Industrie- und Handelskammer. Er erreicht für das abgelaufene Jahr regional neue Rekordzahlen, voraussichtlich deutlich über sechs Milliarden Euro Umsatz, zudem erwarten ein Drittel der Firmen, dass das Exportgeschäft 2015 noch einmal zulegt.

Begünstigt wird der Außenhandel derzeit vom schwachen Euro und dem niedrigen Ölpreis. Sie wirken konjunkturverstärkend und machen vor allem Exporte außerhalb des Euroraums günstiger. "In Nordamerika und Asien gewinnen unsere Produkte deutlich an Wettbewerbsfähigkeit. Das gibt uns Schwung für die kommenden Monate", freut sich IHK-Präsident Christian O. Erbe. Die Ukraine-Krise hinterlässt nach wie vor Spuren. Nur noch zwei Prozent der Unternehmen erwarten einen Exportanstieg in die Staaten der GUS und nach Südosteuropa. Fast ein Drittel der Befragten erwarten hingegen einen Rückgang der Exporte in diese Region.

Über alle Branchen hinweg betrachtet wird die derzeitige Lage von den befragten Unternehmen positiv eingeschätzt. 42 Prozent der Firmen sehen ihre aktuelle Lage als "gut" an, 52 nennen sie "befriedigend" und nur sechs Prozent "schlecht". Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate werden - dies im Trend der letzten Befragungen - etwas schwächer eingeschätzt: 28 Prozent der Befragten sagen "besser", 63 Prozent erwarten keine Veränderung, und knapp zehn Prozent sehen schlechtere Geschäfte auf sich zukommen.

Im Vergleich zur Befragung im vergangenen Herbst sind die Einschätzungen nur um wenige Prozentpunkte verändert. "Wir bewegen uns auf hohem Niveau, ohne dass sich deutliche Veränderungen abzeichnen. Wir bleiben konjunkturell in der Seitwärtsbewegung", konstatiert der IHK-Präsident.

Ausreißer gibt es im Wesentlichen nur in Bau- und Gastgewerbe. Die Bauwirtschaft liegt bei der Bewertung der aktuellen Lage klar vorne. Fast 62 Prozent der Firmen geben den derzeitigen Geschäften ein "gut". Lediglich fünf Prozent sind pessimistisch.

Ganz anders im Gastgewerbe: Dort wird die Frage nach der aktuellen Lage von knapp jedem fünften Befragten mit "schlecht" beantwortet. Bei den Erwartungen sieht es noch düsterer aus. 36 Prozent erwarten zurückgehende Geschäfte. Grund ist vor allem der Mindestlohn, der von der Branche als sehr bürokratisch eingestuft wird.

Insgesamt sehen 47 Prozent aller Umfrageteilnehmer die Arbeitskosten derzeit als größtes Risiko für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Dieser Wert ist seit Herbst um fünf Prozent angestiegen. In der Industrie sehen sogar 51 Prozent der Betriebe die steigenden Arbeitskosten als Hauptproblem. "Das wirft ein Schlaglicht auf die Beschlüsse der Bundesregierung zu Mindestlohn und Rente mit 63 und sendet ein Signal an die Tarifpartner bei den kommenden Lohnverhandlungen", kommentiert Christian O. Erbe.

Umfrage

An der Konjunkturumfrage der IHK Reutlingen hat sich eine repräsentative Auswahl von 408 Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Bau (171), Groß- und Einzelhandel (100) sowie dem Dienstleistungssektor (137), darunter Hotel- und Gaststättengewerbe, beteiligt. Die Umfrage der IHK lief bis zum 14. Januar. Der vollständige Konjunkturbericht kann unter www.ihkrt.de/konjunktur heruntergeladen werden.

SWP

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