Es wird unwiderstehlich sein

"Kamino" soll es heißen, und "unwiderstehlich" soll es werden: Das neue Reutlinger Programmkino im Wendler soll im vierten Quartal 2014 an den Start gehen. Am Mittwoch tagte das Gründungsteam.

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"Initiative für ein genossenschaftliches Programmkino in Reutlingen": (von links) Klaus Kupke, Karin Zäh, Gabriele Janz, Andreas Kissel und Andreas Vogt. Foto: Steidle

"Wer könnte sich denn hier vorstellen, Anteile an einer Genossenschaft zu zeichnen?" fragte Mit-Initiator Klaus Kupke bei der ersten Info-Veranstaltung in die Runde. Spontan schossen beinahe alle Hände in die Höhe. Am Mittwoch tagte das Gründungsteam für ein neues Programmkino im ehemaligen Kali-Kino, rund 130 Interessenten waren gekommen.

Es ging für die Besucher darum, Verpflichtungserklärungen auszufüllen und damit Teil einer gemeinnützigen Genossenschaft für ein neues Reutlinger Programmkino zu werden. Der Standort ist bereits definitiv: unter dem Schornstein des Wendler-Areals, in einer knapp 230 Quadratmeter großen Fabrikhalle mit dem Charme der Industrie-Architektur zur Jahrhundertwende. Deshalb kam auch kein anderer Name als "Kamino" in Frage.

"Wir brauchen viele Köpfe, um das Konzept zu entwickeln", sagte Klaus Kupke vom Gründungsteam. Auch Karin Zäh warb für die ausgereifte genossenschaftliche Idee: "Sie werden uns am Ende nicht widerstehen können."

Die interessierten Zuhörer hatten noch die ersten Ideen im Kopf, die Karin Zäh und Gabriele Janz, Andreas Kissel, Andreas Vogt und Klaus Kupke von der privaten "Initiative Programmkino in Reutlingen" beim Open-Air-Kino im Spitalhof unter die Leute gebracht hatten. Die erste Statusmeldung, "ob wir auf dem richtigen Weg sind und die Leute mitnehmen können", so Karin Zäh, brachte mehr als 500 ernsthafte Interessenten. Die Diskussion zu Til Eders ausgereiften Planskizzen und zu Andreas Vogts Beiträgen über eine ehrenamtlich und gemeinnützig organisierte Genossenschaft verlief insgesamt spontan, lebhaft und ideenreich.

Die Rahmenbedingungen: Rund 200 Mitglieder mit einem gezeichneten Kapitalstock von rund 50 000 Euro sind das Minimum, um noch im Dezember 2013 oder allerspätestens im Frühjahr 2014 eine Genossenschaft zu gründen, die dann sofort in die Planungsdetails geht.

Der Zeitrahmen ist eng, denn auch die Abgabetermine für Förderanträge bei der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und bei der deutschen Filmförderanstalt in Berlin sind fix. Die Größenordnung des neuen "Kamino": 81 Plätze mit barrierefreiem Zugang. Sein besonderer Charme, erklärte Planungs-Fachmann Til Eder: "Kleinkunst in irgendeiner Form ist möglich."

Für die Location im Wendler-Areal gibt es bereits eine definitive Zusage des Vermieters. Auch über die Verteilung der Umbaugewerke wurde schon verhandelt, so Eder, "es sind richtig tolle Räume, die von den Kinofachleuten aus Bad Urach und Aalen überprüft wurden". Ein Finanzierungsmix und einen Ge-samtkostenrahmen, eine Mindestauslastung und sogar durchschnittliche Eintrittspreise von sieben bis acht Euro wurden vorkalkuliert.

Knackpunkt ist der Mindest-Kapitalstock: Die Initiativgruppe schlägt für die Genossenschaft "Kamino" Anteilsscheine in Höhe von 200 Euro vor. Sobald genügend Verbindlichkeits-Erklärungen beisammen sind, fällt der Startschuss: "Mit der Gründungsversammlung zur Genossenschaft existieren wir erst", erklärt Jugendkulturreferent Klaus Kupke, "dann können wir Förderanträge stellen und auch auf den Gemeinderat zugehen". Das ist dann auch der Moment, zu dem die Geldeinlagen fällig werden.

Einlagen in Form von Bau-Eigenleistungen soll es in Reutlingen nicht geben. Aber jede Menge ehrenamtliches Engagement in der Vorbereitung und unter laufendem Betrieb. Klaus Kupke: "Das ist Grundbedingung des gesamten Finanzierungskonzepts, sonst funktionierts nicht." Dafür werden findige Köpfe gesucht: etwa zur Programmgestaltung, für die Buchhaltung, für weitere Finanzierungsmöglichkeiten, zur Ausgestaltung, fürs www . . . "Wir wollen nicht alles vorgeben, sondern in einem gut gemeinten Prozess entwickeln", so Kupke für das Initiativ-Team, "vorgesehen ist ein Betrieb im kulturellen Netzwerk mit anderen Organisationen, das funktioniert einfach am besten." Vorbild ist dabei das vielfach ausgezeichnete Konzept des "Kino am Kocher" in Aalen.

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