Es bleibt nur der Gang nach Canossa

Der Neubau für das Theater Tonne ist bereits reduziert. Trotzdem wird es jetzt teurer. Der Grund: Angesichts des Baubooms können Fachfirmen Angebote auch über der Ausschreibungssumme durchsetzen.

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Das gute, alte marktwirtschaftliche Prinzip aus Angebot und Nachfrage - es reguliert nicht nur den Preis, sondern trifft im Fall des Neubaus des Theaters Tonne auf dem Gelände der ehemaligen Friedrich-List-Halle nun auch die Stadt Reutlingen als Bauherrin. Denn angesichts des Baubooms können Unternehmen derzeit Preise über den Ausschreibungssummen durchsetzen.

Bei der Tonne heißt das: Mehrkosten in Höhe von momentan gut 188 000 Euro wie während der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses am Dienstagabend deutlich wurde. Und das, obwohl ohnehin jeder Zentimeter des geplanten Baukörpers nochmals überprüft und teils komprimiert wurde. Zudem übernimmt der Verein der Freunde der Tonne die Kosten für die Fußbodenheizung im Foyer sowie für die Unterflurkonvektoren in den Büros in Höhe von 13 000 Euro und das Theater selbst die Kosten für die Raumklimatisierung in Höhe von 185 000 Euro.

Von der Kostensteigerung bei der Baukonstruktion sowie bei den Baunebenkosten, zu denen auch Ingenieurleistungen zählen, war die CDU-Fraktion hingegen überhaupt nicht begeistert. "Beim Bau der Dietweghalle hatten wir einen Kostendeckel", sagte Rainer Löffler. Das sei damals auch zu Lasten der Halle gegangen. Bei der Tonne habe die gleiche Maßgabe gegolten, dementsprechend wollte er wissen, was eingespart werden müsste?

"Im Bereich des Theaters und der Halle können wir nichts mehr weglassen", antwortete der Leiter des Reutlingens Gebäudemanagements, Peter Geier. Denn obwohl es Aufgabe der Verwaltung sei, den Kostendeckel einzuhalten, habe bisher vor allem der Baugrund aus Lias Schwierigkeiten bereitet. Einziger Punkt wäre die Bühnentechnik, doch dann wäre das Theater in seiner Funktion eingeschränkt. Und die Fassade als Putzfassade auszuführen, hätte ebenfalls keinen allzu großen Effekt.

"Es bleibt uns nur der Gang nach Canossa", sagte Peter Geier deshalb weiter. Zumal man sich derzeit in einer Hochphase der Baukonjunktur befinde. Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz meinte darüber hinaus, dass die Stadtverwaltung in den Ausschreibungsergebnissen nicht drin stecke.

Die CDU-Fraktion gab sich damit aber dennoch nicht zufrieden. Während die übrigen Mitglieder des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses die Arbeiten für die Baukonstruktion in Höhe von knapp 3,7 Millionen Euro - und damit 176 000 Euro über dem ursprünglichen Planansatz - am Dienstag vergaben, votierte die CDU mit fünf Stimmen dagegen.

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