Ernüchterung bei Anwohnern

|
Auf 1,82 Hektar entsteht ein neues Wohngebiet.  Foto: 

Der Gemeinderat hat die Diskussion um die Neubebauung des Bihler-Areals nochmals auf Ende November vertagt, die Modifizierungen für das neue Wohnquartier zwischen Peter-Rosegger-Straße und Hans-Reyhing-Straße liegen vor. Von Aufatmen bei den Anwohnern des ohnehin vom Verkehr stark beeinträchtigten Gebietes unterm Georgenberg kann allerdings keine Rede sein. „Die Kernforderungen wurden nicht erfüllt“, sagt Joachim Longerich, Sprecher der Interessengemeinschaft Bebauung Bihler-Areal, sichtlich enttäuscht und auch ernüchtert. Zwar sei die Gesamtzahl der Wohnungen jetzt um 13 reduziert worden. Das ändere jedoch nichts an der gravierenden Nahverdichtung in diesem Gebiet. „Zumal ja das Bihler-Areal nicht das einzige Bauprojekt unterm Georgenberg bleibt. Es sind weitere geplant“, sagt Longerich. Was die Appelle der Interessengemeinschaft an die Fraktionen im Gemeinderat bringen werden, kann Longerich nicht abschätzen. „Manche sind kooperativ. Bei anderen herrscht Funkstille“, beschreibt Longerich die Reaktion auf die Schreiben und Gesprächsangebote der Interessengemeinschaft.

Wie berichtet entsteht das neue Wohnquartier auf einer Fläche von 1,82 Hektar, dort, wo einst die Gärtnerei Bihler mit vielen Gewächshaus-Anlagen beheimatet war. 150 Wohneinheiten waren  zunächst geplant, jetzt sollen es 13 weniger  werden. Auch ein Kindergarten ist vorgesehen. 25 Wohnungen werden privat errichtet, den Rest baut die BPD Immobilienentwicklung. 20 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert. Pro Wohneinheit sind 1,25 Stellplätze konzipiert, zusätzlich gibt es 18 öffentliche Stellplätze.

„Wir sind nicht dagegen, dass gebaut wird“, verdeutlicht Longerich nochmals die Stoßrichtung der IG. „Auch wir wissen um die Wohnungsnot in Reutlingen.“ Aber, betont er, gerade deshalb sollte es doch einen so genannten Masterplan geben und alle Betroffenen ins Boot geholt werden. Er wirft der Stadt vor, dass die Anwohner nicht vorher in die Planungen eingebunden waren, die Informationsveranstaltungen sind nach Ansicht der Anwohner reine Alibiveranstaltungen gewesen, wie sie vor kurzem gegenüber dieser Zeitung sagten.

Die Anwohner unterm Georgenberg befürchten jedenfalls den Verkehrskollaps im dortigen Gebiet. Zumal die Verkehrsströme Richtung Ringelbachstraße und Alteburgstraße abfließen. Zwei Achsen, die bereits jetzt überlastet sind. Und: Vor allem nach Feierabend und an Wochenenden sei das Gebiet komplett zugeparkt. Das Neubaugebiet mit lediglich 18 öffentlichen Stellplätzen werde die Situation weiter massiv verschärfen.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 23. November soll der Bebauungsplan nunmehr nochmals auf die Tagesordnung kommen und diskutiert werden. Die Fraktion der Grünen/Unabhängigen hat bereits diverse Änderungsanträge gestellt und vermerkt, dass „dieser Bebauungsplan noch nicht ausgereift ist und dessen Qualität deutlich verbessert werden kann“. Änderungsanträge wurden auch von der FWV- und der SPD-Fraktion eingereicht. Die FWV beantragt bespielsweise eine Reduzierung der Gebäudehöhe in einem Baubereich, die SPD die Wiederherstellung des wegen der geplanten Kindertagesstätte wegfallenden öffentlichen Spielplatzes an anderer Stelle.

Das Amt für Stadtentwicklung und Vermessung hat bereits durchblicken lassen, dass im Bereich Peter-Rosegger-Straße und Werastraße durch Straßenverengungen weitere öffentliche Stellplätze eingebaut werden können. Auch sollen zwei öffentliche Stellplätze für Carsharing zusätzlich eingerichtet werden.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Neue Form der Kooperation

Der DRK-Kreisverband Reutlingen und die Sportfreunde 02 Reutlingen bieten seit Oktober einen Sportlertreff für an Demenz erkrankte Leute an. weiter lesen