Erbes größtes Bauprojekt der Firmengeschichte

Gut ist das Unternehmen Erbe durch die Krise gekommen. Allein 60 Beschäftigte mehr sollen es bis Jahresende sein. Räumlich musste expandiert werden. Gestern war Richtfest auf dem Firmengelände.

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Vor dem nun fertig gestellten Rohbau am Erbe-Stammsitz im Tübinger Süden (von links): Bauleiter Stefan Hofmann, Architektin Maren Dannien, sowie die Erbe-Geschäftsführer Reiner Thede und Christian O. Erbe. Foto: Jürgen Herdin

Auch wenn es feinstes Lamm aus einem speziellen Bitumenmantel gab: Weder geteert noch gefedert wurde in den vergangenen Krisenjahren das Traditionsunternehmen für Medizintechnik von Christian O. Erbe im Tübinger Süden in der Waldhörnlestraße.

Das Produktportfolio der Erbe Elektromedizin GmbH umfasst Systeme für die Elektrochirurgie, Gefäßversiegelung, Argon-Plasma-Koagulation, Kryochirurgie und Wasserstrahl-Chirurgie. Weltweit vertrauen Anwender aus allen chirurgischen Fachdisziplinen dem hohen Technologie-Standard der Erbe-Produkte. Und die werden seit 166 Jahren produziert. Deshalb wird im Neubau auf dem Firmengelände auch Platz geschaffen für ein Museum, das den Werdegang von Erbe auf lebendige Weise beschreibt.

Quicklebendig ist auch das Unternehmen von Christian O. Erbe, der seines Zeichens auch Präsident der IHK ist. Rund 200 geladene Gäste empfingen er und Mitgeschäftsführer Reiner Thede auf dem Firmenareal, wo doch tatsächlich noch Platz geschaffen werden konnte für einen fünfgeschossigen Neubau - mit über 6300 Quadratmetern nutzbarer Fläche. Das bedeutet bis zum Abschluss der Arbeiten eine glatte Verdoppelung der Betriebsfläche am Stammsitz. Mit 13 Tochterfirmen, die in 110 Ländern Präsenz zeigen, erwirtschaftet Erbe rund 190 Millionen Euro im Jahr, eine Zahl, die bis Jahresende angestrebt wird.

Nach dem Richtspruch und vor dem Rundgang nahm sich der Firmenchef noch ein wenig Zeit, um auf die Erfolge der vergangenen Jahre hinzuweisen. "2012 bekamen wir 40 neue Mitarbeiter, in diesem Jahr sollen weitere 20 dazukommen", erklärte Erbe. Insgesamt konnte Erbe seine Beschäftigtenzahl von Mitte 2002 bis heute fast verdoppeln - auf nun 820 Männer und Frauen.

Tübingens oberster Wirtschaftsförderer Torsten Flink lobte besonders, "dass es gelungen ist, auf dem bestehenden Firmenareal zu bauen." Dies entspreche dem erklärten Willen der Stadt, in der Substanz nachzuverdichten und nicht auf die "Grüne Wiese" zu ziehen. Dieses Projekt zeige überdies, dass sich Tübingen insgesamt weiter auf Wachstumskurs befinde. Am Rande wurde bekannt, dass sich die Erbe-Führung vorbehält, womöglich in absehbarer Zeit auf der anderen Straßenseite weiter zu expandieren.

Nun entsteht erst einmal das moderne, weil auch energieeffiziente Verwaltungsgebäude, mit dessen Bau 2012 begonnen wurde. Insgesamt werde das Projekt rund 35 Millionen Euro kosten, erläuterte die Architektin Maren Dannien des Tübinger Büros Schmitt/Dannien/Hofmann. Moderne Kühlung, modernes Heizen: Die Energiebilanz, so Dannien, werde am Ende 35 Prozent besser sein als gesetzlich derzeit vorgeschrieben.

Es ist nach dem Umbau des Forschungs- und Entwicklungsgebäudes im Jahr 2005 sowie dem Neubau des Erbe-Logistikzentrums 2008 und dem Produktionsausbau an den Standorten Tübingen und Rangendingen "das größte Bauprojekt unserer 166-jährigen Firmengeschichte", erläuterte Geschäftsführer Reiner Thede.

Platz ist dort künftig für ein Schulungs- und Trainingszentrum, die Betriebsgastronomie mit bis zu 500 Essen täglich. Auch wird es mehr Platz für Büros, die Haustechnik und für Sozialräume geben.

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