Einstieg in Gesamtsanierung

Einstimmig hat der Gemeinderat am Dienstagabend den Grundsatzbeschluss für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Rathauses gefasst. Die Kosten dürften rund 50 Millionen Euro betragen.

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Das Rathaus, 1962 bis 1966 errichtet, ist in die Jahre gekommen und muss umfassend modernisiert werden – nicht nur wegen der gefundene Formaldehydkonzentrationen. Ein teures und langwieriges Unterfangen – aber wohl ohne Alternative.

Am Dienstagabend fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss – das bedeutet, die Verwaltung hat jetzt den Auftrag, mittels eines VOF-Verfahrens eine Gesamtkonzeption des „Rathauskomplexes mit den Gebäuden Marktplatz 21 und 22 sowie Oskar-Kalbfell-Platz 21 einschließlich der Außenanlagen und der Rathaus-Tiefgarage“ vorzulegen. Die bereits vorhandenen Funktionen – Arbeit des Rates und der Verwaltung, sowie Parken und Gastronomie – sollen erhalten bleiben.

Bereits in der Februarsitzung hatte das Gremium beschlossen, einen Teil des ersten Bauabschnitts vorzuziehen – dieser sieht eine Sanierung der hoch chloridbelasteten Stützen in der Tiefgarage vor. Zudem sollen, wie am Dienstagabend beschlossen, Teile der Lüftungs- und Sanitäranlagen modernisiert werden, erläuterte der Leiter des Gebäudemanagements, Peter Geier. Im Prinzip gehe es um die „Betriebssicherheit“. Dazu kämen weitere Vorhaben, um den Brand- und Hochwasserschutz sowie die Barrierrefreiheit zu verbessern. Die geschätzten Kosten betragen rund 1,5 Millionen Euro.

Eine Schätzung aus dem vergangenen Jahr gibt einen Kostenrahmen von 35,8 Millionen Euro vor. Darin nicht enthalten sind unter anderem Mehrkosten für eine denkmalgerechte Sanierung sowie zusätzliche Ausgaben aufgrund energetischer Sanierungsmaßnahmen an Dach und Fassade und für verschärften Brandschutz. Ebenfalls nicht eingerechnet wurden Mehrausgaben für die Sanierung formaldehydbelasteter Teile, interne Umzugskosten, die Kosten für die Finanzierung. Die Verwaltung hat vorgeschlagen, „im Rahmen der Leisungsfähigkeit des Haushalts jährlich rund fünf Millionen Euro als Sanierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Daraus ergebe sich eine Sanierungsdauer von rund zehn Jahren – nach Freigabe der Planung und des entsprechenden Baubeschlusses. Summa summarum rechnet die Verwaltung mit Gesamtkosten von 50 Millionen Euro.

Oberbürgermeisterin Barbara Bosch erinnerte in der Sitzung am Dienstagabend, dass das 1966 erbaute Rathaus eben „ein Kind seiner Zeit“ und somit in die Jahre gekommen sei. Folglich sei der Grundsatzbeschluss für eine Renovierung in einzelnen Bauabschnitten hier und jetzt ein „Einstieg in die Gesamtsanierung“.

Bereits in der Februar-Sitzung beschlossen wurde die Sanierung der hoch chloridbelasteten Stützen im Bereich der Tiefgarage Rathaus mit zirka 800.000 Euro. Die drei weiteren Schritte sehen die Teilsanierung der lufttechnischen Anlagen (240.000 Euro), die Teilsanierung der Sanitärinstallation (290.000 Euro) sowie die zusätzlichen baukonstruktiven Maßnahmen des Brandschutzes, des Hochwasserschutzes und der Barrierefreiheit (165.000 Euro) vor.

Nachdem in der Februar-Sitzung im Gremium noch Beratungsbedarf bestanden hatte und diese Punkte in die Ausschüsse zurückverwiesen worden waren, konnte in den vergangenen Tagen offenbar Konsens erzielt werden. Sowohl Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss, als auf Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss und Finanzausschuss sprachen sich einhellig dafür aus, so zu verfahren, wie die Verwaltung es im Beschlussvorschlag formuliert hatte. Insofern gab der Gemeinderat ohne Gegenstimme und ohne Diskussion das Plazet für den „Einstieg in die Gesamtsanierung“.

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