Einspruch gegen Strafbefehl zurück

Das Reutlinger Amtsgericht hat das Urteil gegen Dirk Euler wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung bestätigt. Der ehemalige SSV-Sponsor nahm seinen Einspruch zurück.

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Schulden sollen ein Kavaliersdelikt sein. So jedenfalls wird es häufig in der Werbung und bei Verkaufsgesprächen vorgegaukelt. Gleich, wie viele Schulden sich angehäuft haben, jemand oder die Zeit wird es schon richten.

Davon ging wohl auch Dirk Euler aus. Der Geschäftsführer der Reutlinger Euler Gastro UG kam in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 in ernste finanzielle Schwierigkeiten. Sein Lokal schrieb Verluste - und die Sozialabgaben für seine Mitarbeiter konnte er auch nicht mehr abführen.

Bis September 2011 hatten sich insgesamt knapp 30 000 Euro Verbindlichkeiten angehäuft. Trotzdem unternahm der Geschäftsführer keine sichtbaren Anstrengungen, seine Firma aus der finanziellen Bredouille zu befreien. Im Gegenteil: Er teilte seinen Gläubigern mit, dass eine Insolvenz nicht geplant sei. Er ließ den Dingen seinen Lauf, erstellte für 2011 weder eine Bilanz, noch führte er die vorgeschriebenen Handelsbücher. Nachdem am 4. März 2013 durch Beschluss des Amtsgerichts Tübingen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, verurteilte ihn das Amtsgericht wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung zu 120 Tagessätzen à 30 Euro.

Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte nun Einspruch ein, weil er der Ansicht war, "nicht vorsätzlich und planmäßig" die Insolvenz verschleppt zu haben. Er gab zwar Fehler zu, den Vorwurf des Vorsatzes bestritt er jedoch. Darauf klärte Strafrichter Eberhard Hausch den Angeklagten auf, dass vorsätzlich nicht planmäßig beinhalte und dass das Urteil nicht bedeute, dass er die Insolvenz "bewusst geplant" habe: "Sie wussten aber sehr wohl, wie es finanziell um ihre Firma steht", so der Strafrichter. Stattdessen habe er trotz Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit die Dinge laufen lassen und nicht die Eröffnung des vorgeschriebenen Insolvenzverfahrens beantragt. Der Richter wies den Angeklagten deutlich darauf hin, dass er seine Pflichten als juristische Person verletzt habe.

Der nicht anwaltlich vertretene Angeklagte nahm daraufhin seinen Einspruch zurück und akzeptierte den bereits verhängten Strafbefehl. Auch auf die Anhörung der fünf geladenen Zeugen wurde mit Blick auf weiter anfallende Kosten verzichtet.

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