Einfach monumental

"Von keinem der Beteiligten wurde das gemeinsame Projekt diskutiert", so Kantorin Dorothee Berron. Das Benefizkonzert zur Renovierung der Martinskirche war ein Monumentalevent mit Ausstrahlung.

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Imposant, ja monumental war das, was Chöre und Instrumentalisten am Sonntagabend in der Martinskirche boten. Und das alles auch noch für einen guten Zweck. Foto: Angela Steidle

Ein spektakuläres Bild: Die Gemeinschaft auf Zeit des katholischen Kirchenchors St. Wolfgang und der Pfullinger Martinskantorei, unterm Dirigentenpult die Musiker der Pfullinger Stadtkapelle und das Jugendblasorchester mit vier wechselnden Dirigenten. Das Benefizkonzert zur Renovierung der Pfullinger Martinskirche: ausdrucksstark, engagiert, ein klangliches Erlebnis in sakralem Ambiente. Und "das erste Mal überhaupt in so großer Besetzung", betonte Martinskantorin Dorothee Berron.

Die Idee zu dazu war beim ökumenischen Stadtkirchentag im vergangenen Sommer spontan entstanden mit der Zielsetzung, die Einnahmen öffentlichkeitswirksam der anstehenden Renovierung des "Konzertsaals" zugute kommen zu lassen. Die Konzertstruktur in drei Blöcken: Im ersten Teil die Musikkapellen solo, dann die beiden Chöre gemeinsam, schließlich Chöre und Stadtkapelle im großen Finale.

"Das Ungewöhnliche an der Missa brevis von Jacob de Haan ist, dass in der Regel ein Streichorchester dabei ist," erklärt Berron, "die Komposition wurde bewusst ausgewählt, weil sie ein Original ist. Wie Alfred Hepp das mit dem sinfonischen Blasorchester umgesetzt hat, weiß ich nicht, aber es hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht."

Gemeinsame Proben gab es nur zwei in der Woche vor dem Konzert. Zeit genug, um sich aneinander zu gewöhnen, meint Berron, "das Ergebnis hat beide Seiten, die Zuhörer, die Musiker und Sänger sehr beeindruckt." Im eigenen Chor hat sie bei den Proben oft gehört: "Wir freuen uns so auf das Konzert." Dorothee Berron zum musikalischen Anspruch: "Für die Chöre ein Stück aus dem Repertoire. Die Stadtkapelle ist einfach gut, die Musiker steigen schon auf gehobenem Niveau ein."

Die "Missa brevis" des zeitgenössischen Komponisten Jacob de Haan wurde 2002 zum 1000. Geburtstag von Papst Leo IX uraufgeführt und war ursprünglich für ein Orchester gedacht. Kann aber im Blechregister so angepasst werden, dass es in einer Aufführung mit großem Chor sehr gut funktioniert. Zudem eigenen sich die Messesätze Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei sowohl für die katholische als auch für die protestantische Liturgie. Unter der musikalischen Leitung von Martins-Kantorin Berron ein phantastisches Klangerlebnis.

Im Stil der großen Kirchenmusiker aus Barock, Klassik und Romantik, mit Anklängen populärer Musik, ließ die "kurze Messe" Raum für Psalmen von Felix Mendelssohn Bartholdy und das Chorwerk "Ave verum corpus" von Sir Edvard Elgar (1857-1934), nach einem spätmittelalterlichen Reimgebet in lateinischer Sprache. Das "himmlische Gebet" inspirierte unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Liszt.

Beides war zu hören beim Benefizkonzert unter der musikalischen Leitung von Martin Kohler, Dirigent des Katholischen Kirchenchors St. Wolfgang. Dazu die moderne Einstimmung durch das Pfullinger Jugendblasorchester unter Leitung von Hartmut Fleck und zwei sehr inspirierten Soli der Stadtkapelle Pfullingen unter Stabführung von Alfred Hepp: Johann Sebastian Bachs "Arioso", ebenfalls in einer Bearbeitung von Jacob de Haan und dem sehr modernen "Concerto damore" des holländischen Komponisten, variabel in Klangfarbe und Ausdruck. Minimum 500 000 Euro wird die Sanierung der Martinskirche in den kommenden Jahren kosten, sagte Pfarrer Hans-Martin Fetzer zur Einleitung des Konzerts, "an Spenden können wir nicht genug bekommen." Diesmal warens 3790 Euro. Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen, formulierte Martins-Kantorin Dorothee Berron vorsichtig in die Zukunft.

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