Eine Frage des politischen Willens

Vertreter des GERK-Vorstands informierten diese Woche Mitglieder des SPD-Ortsvereins Reutlingen Südstadt über die Aktivitäten des GERK und diskutierten die Situation der Kinderbetreuung in Reutlingen.

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Über die Arbeit des Gesamtelternbeirates Reutlinger Kindergärten und Kindertagesstätten (GERK) berichteten die Vorstandsmitglieder Claus Mellinger, Katja Anton-Kalbfell und Cornelia Freidel sowie Eva Schock, Elternbeiratsvorsitzende der Kindertagesstätte Dirnäckerweg. Mit dabei auch Susanne Stutzmann, Sprecherin des Reutlinger Familienforums, Tülay Schmid, Vorstandsmitglied des Vereins Tagesmütter, und Gemeinderat Ramazan Selcuk.

Die SPD-Mitglieder zeigten sich beeindruckt vom umfangreichen Engagement des GERK, etwa bei einem Gebührenworkshop oder der aktuellen Elternumfrage über die Betreuungssituation in Reutlingen. In zahlreichen Wortmeldungen wurde eine stärkere Unterstützung der GERK-Lobbyarbeit gefordert.

"Wenn es zu Problemen in der Kinderbetreuung kommt, brauchen die Erzieherinnen, Eltern, aber auch die Elternvertreter eine Stelle, an die sie sich zuverlässig wenden können", forderte Ramazan Selcuk, neugewähltes Mitglied im Reutlinger Gemeinderat und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Südstadt. Die Verwaltung müsse bereit sein, den GERK noch stärker in Entscheidungen und Planungen einzubeziehen.

Denkbar wäre hier ein runder Tisch, auf jeden Fall müsse aber die Komunikation deutlich zuverlässiger und Entscheidungen transparenter gefällt werden. "Unsere Leitlinien für die Familienpolitik müssen selbstverständlich auch für die Kinderbetreuung gelten und seitens des Gemeinderats umgesetzt werden", forderte Susanne Stutzmann, Sprecherin des Familienforums.

Die Vertreter des GERK-Vorstands hatten bemängelt, dass die Konzeption der Kinderbetreuung in Reutlingen in der Theorie tadellos sei, die tatsächliche Umsetzung jedoch immer wieder am Personalmangel seitens der städtischen Verwaltung scheitere. "Probleme wie die Teilschließung der Kindertagesstätte im Dirnäckerweg wegen Personalmangels sind dabei nur die Spitze des Eisberges", so Claus Mellinger. Darunter leide die Qualität der Betreuung.

Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang sind umfangreiche und unregelmäßige Schließzeiten an den Reutlinger Kindertagesstätten, die in vielen Fällen den gesamten Jahresurlaub beschäftigter Eltern verbrauchen.

Dazu kommen unfaire Regelungen in der Gebührenstruktur. Dies betrifft nicht nur das bestehende Reutlinger Stufenmodell, das der GERK zuletzt bereits bei einem Workshop mit der Stadtverwaltung kritisiert hatte. Nicht nachvollziehbar sei auch die Regelung, zu hohe Gebühren nicht rückwirkend an Eltern zurückzuzahlen, deren Einkommenssituation sich negativ verändert hat.

Dagegen sei es jedoch offenbar kein Problem, rückwirkend höhere Gebühren von den Eltern einzutreiben. Probleme wie dieses könnten jederzeit durch eine Änderung der Benutzerordnung seitens des Gemeinderats gelöst werden.

Den politischen Willen dazu fordert der SPD Ortsverein Südstadt nun mit Nachdruck vom Gemeinderat ein - insbesondere von der eigenen Fraktion, die sich zuletzt im Wahlprogramm für 2014 zu den Leitlinien für eine bessere Familienpolitik bekannt hatte.

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