Einblicke in den Alltag eines Feuerwehrmanns

Die Bevölkerung erlebt die Feuerwehrleute in der Regel nicht im Berufsalltag, sondern im Einsatz, also wenns buchstäblich brennt. Die Arbeit auf der Wache ist beileibe nicht spektakulär, aber dafür penibel.

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Der normale Arbeitstag in der Hauffstraße beginnt für die insgesamt 64 Hauptamtlichen, also den Berufsfeuerwehrleuten - darüber hinaus gibt es noch 410 freiwillige Feuerwehrleute (etwa zehn Frauen) -, um 6.45 Uhr, sagt Brandinspektor und Wachabteilungsleiter Jörg Brändle. Dann wird auf den Vortag und die Nacht geschaut, Informationen mit der vorausgehenden Schicht ausgetauscht.

Später gehts hinüber in die Fahrzeughallt. Hier wird quasi der Dienst übernommen: Die einen kommen, die anderen gehen. Neben der Übernahme sieht der Rahmendienstplan Einsatzbereitschaft, Arbeitszeit, Ausbildung und Sport vor. Die Einteilung geht rasch, aber genau vonstatten, damit auch jeder weiß, "in welchem Auto er sitzt", wenns los geht. Noch geht nichts los an diesem Tag, an dem die Feuerwehr die Presse in ihren Hallen herumführt.

Bei der Übernahme, so der stellvertretende Kommandant, Oberbrandrat Adrian Röhrle, wird alles überprüft, "damit es keine bösen Überraschungen" gibt. Zum Glück sind die selten. In kaum einem Prozent der Fälle stimmte mal etwas nicht. Es gäbe nichts Schlimmeres, so Brändle, "als ein Funkgerät mit einem falsch eingestellten Kanal".

Die Tagesabsprache klärt, was heute so gemacht wird. Montags ist beispielsweise Rückenschule angesagt, denn Brandbekämpfung mit schwerem Atemschutzgerät ist ein Knochenjob, der eben auch den Rücken belastet. Klar, dass Sport an sich gleich zwei Mal in der Woche auf dem Plan steht - mit einem Sportwissenschaftler, der sich vor allem um die Kondition der Feuerwehrleute kümmert.

Weil der Brandschutz-Anteil bei der Wehr eher zurück geht und die Gefahrstoffeinsätze eher steigen, ist insbesondere die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute wichtig. Die findet schwerpunktmäßig an den Wochenenden statt und reicht von Fahrzeug- und Gerätekunde über Atemschutz und Einsatzlehre und Sprechfunk bis zur Ausbildung für Sonderfunktionen wie Kraftfahrdrehleiter, Bootsführer oder auch Höhenretter. "Wer auf keine Leiter klettern kann", so Adrian Röhrle, "sollte sich da nicht heran wagen."

In der Kraftfahrzeugwerkstatt ist immer etwas zu tun. Ein wenig stolz ist der Vize-Kommandant schon, wenn er sagt, dass die Feuerwehr in der Hauffstraße alles besitze, um "ein Fahrzeug wieder flott zu kriegen". Kein Wunder, schließlich haben die Feuerwehrleute alle einen klassischen Handwerksberuf gelernt - zum Beispiel Gas- und Wasserinstallateur. Feuerwehrleute "sind sehr kreativ", lobt Röhrle seine Truppe, es gibt einen "hohen Eigenanteil bei der Instandhaltung". An Ersatzteilen und Geräten mangelt es nicht, um das Inventar in Schuss zu halten. Beim Reinigen und Prüfen der Atemschutzgeräte springt die Reutlinger Wehr übrigens auch für die kleineren Einheiten im Kreis ein - gegen Kostenerstattung, versteht sich.

Sollte dann mal der Alarm losgehen, weiß jeder, was zu tun ist. Die Ausrüstung hat ihren festen Platz, damit alles fix geht. Die Pläne der wichtigsten Gebäude der Stadt - alle Hochhäuser, Häuser mit Brandmeldeanlagen - sind in Ordnern mit Nummern abgelegt.

Zum Glück blieb es an jenem Tag absolut ruhig. Die Wachabteilung konnte es somit sommerlich gelassen angehen.

Einstellungsvoraussetzungen bei der Feuerwehr

Jeder Bewerber muss nachstehende Grundvoraussetzungen erfüllen: Er muss Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten, mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen können, einen Facharbeiterbrief in einem für den feuerwehrtechnischen Dienst brauchbaren Handwerk besitzen, nach amtsärztlichem Gesundheitszeugnis für den Dienst geeignet sein und den Wohnsitz im Einzugsgebiet der Stadt Reutlingen haben.

Außerdem wird verlangt: Führerschein der Klasse 3 oder B, nicht unter 1,60 Meter groß sein, einen körperlichen, praktischen und theoretischen Eignungstest bestehen sowie schwimmen und Tätigkeiten in Höhen und engen Räumen verrichten können.

Der mittlere Dienst reicht vom Brand- über den Oberbrand- zum Hauptbrandmeister, der gehobene vom Brandinspektor über den -oberinspektor, -amtmann, -amtsrat bis zum Brandoberamtsrat.

Die Bewerberhotline lautet: Telefon: (07121) 303-1700 oder E-Mail: feuerwehr@reutlingen.de oder per Internet: www.reutlingen.de.

 

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