Ein weiterer Einschnitt

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Reaktion Reutlingen Ralf Ott rot Evelyn Rupprecht lyn Ralp Bausinger rab Peter Bussmann pe Otto Paul Burkardt op Thomas Kiehl  Foto: 

Eine Insolvenz in Kirchheim, die Auswirkungen auf den Raum Reutlingen hat? Was unwahrscheinlich klingt, wird jetzt Realität. Schlicht, weil es sich – zumindest in Teilen – um die ehemalige Firma Blessing handelt.

Blessing – den Namen haben sie einst in Pfullingen mit Stolz in der Stimme ausgesprochen. Der Briefumschlag-Hersteller war eine feste Größe im Wirtschaftsleben der Stadt. Eine Firma, die Arbeitsplätze sicherte und die Familientradition pflegte. Eine aber auch, die in den vergangenen 13 Jahren nach und nach aus Pfullingen verschwunden ist. 2004 gab sie ihren operativen Geschäftsbereich auf und fusionierte mit der Otto Ficker AG in Kirchheim. Fortan firmierten beide unter dem Namen BlessOF GmbH. Immerhin: Viele Arbeitsplätze konnten so gerettet werden. Zwei Drittel der neuen Belegschaft waren Blessing-Leute. Männer und Frauen aus Pfullingen, aus Reutlingen, Eningen und von der Alb, die mitgenommen werden konnten an den neuen, nahegelegenen Standort.

Am 20. April beantragt

Drei Jahre dauerte der Re­strukturierungsversuch, der im Verkauf der Beteiligungen an die Mayer-Kuvert-network aus Heilbronn mündete. Und genau dorthin soll jetzt ein Teil von BlessOF verlagert werden. Der Grund: Am 20. April hat der Briefumschlag-Hersteller die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Verantwortlichen wollen ihr Unternehmen eigenständig sanieren. Wobei man, so der Betriebsratsvorsitzende Uwe Heitmann, derzeit noch in der Phase der Bestandsaufnahme sei. Von den derzeit 140 Mitarbeitern. schätzt er, werde wohl nur ein Drittel weiter beschäftigt werden können. Was nicht nur einen herben Einschnitt für Kirchheim bedeutet, sondern auch für unsere Region. Schlicht, weil die Ex-Blessing-Leute treue Gesellen sind.

Verkleinert zurück?

Viele von ihnen, die in Pfullingen, in Reutlingen, Eningen und auf der Alb leben,  arbeiten bis heute in Kirchheim. Und werden sich nun wohl neue Arbeitsplätze suchen müssen. Zumal der Standort auf jeden Fall geschlossen und verlegt werden muss.

Die Idee, dass eine verkleinerte Firma BlessOF vielleicht in Pfullingen wieder Fuß fassen könnte, findet Heitmann charmant, ihre Umsetzung sei aber eher unwahrscheinlich.

Die Gebäude, in denen die Firma einst ihren Sitz hatte, sind übrigens zu einem großen Teil bereits abgerissen. Dutzende Wohnungen und kleinere Gewerbeeinheiten sind an der Kaiserstraße im Bau. Dort entstehen neues Leben und neue Wirtschaftskraft.

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