Ein Platz für die Jugend mitten in der Stadt

Am Donnerstagabend hat der Gemeinderat den Bau der Skateanlage im Bürgerpark an der Stadthalle beschlossen. Gute 80 Jugendliche waren in der Sitzung.

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Der Weg für den Bau der Skateanlage im Bürgerpark ist frei: Mit einer deutlichen Mehrheit von 25-Ja-Stimmen bei 12 Nein-Voten hat der Reutlinger Gemeinderat am Donnerstagabend grünes Licht für den zweiten Teil der „Bauphase 4“ – also den Kulturplatz – gegeben. Für die Skatebahn selbst sind Kosten in Höhe von 260 000 Euro und für die Gestaltung des Umfelds noch einmal 781 000 Euro veranschlagt.

Derzeit wird das Areal beim denkmalgeschützten „Krankenhäusle“ gebaut, das Anfang Juni kommenden Jahres fertig sein soll. In Verbindung damit musste die provisorische Skateanlage weichen.

Als zweiter Abschnitt kann nun die Skateanlage ebenfalls gebaut werden. Grundlage für das Konzept ist die zwischen November vergangenen und April diesen Jahres zusammen mit den rund 60 beteiligten Jugendlichen erarbeitete Planung. Zuvor hatte im Mai 2014 das Jugendforum in der Stadthalle mit 180 Teilnehmern die Forderung nach einer Skateanlage unterstützt. Das rund 500 Quadratmeter große Areal soll nach seiner für Oktober nächsten Jahres geplanten Fertigstellung für Skater, Biker und Inliner Sportmöglichkeiten bieten. Realisiert wird eine Poolanlage aus einem Stück im Unterschied zu den seitherigen einzelnen Betonfertigteilen, erläuterte Dr. Katrin Korth, stellvertretende Tiefbauamtsleiterin. Durch die Höhenunterschiede sollen fließende Fahrtbewegungen ermöglicht werden.

Sowohl Korth wie auch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch warben für die Skateanlage „als integrativen Bestandteil des Bürgerparks“. Im Gremium zeigten sich nicht nur mehrere Räte „überwältigt“ von der großen Anzahl der jungen Zuhörer, sondern warben zugleich eindringlich für die Zustimmung. „Wir wollen die Jugendlichen mitten in der Stadt“, sagte Edeltraut Stiedl (SPD), Gabriele Janz (Grüne) verwies auf das Ziel eines „Bürgerparks für alle Gruppen“, als „wahnsinnige Aufwertung für den Park“ wertete Annette Leininger (FWV) die Anlage und Regine Vohrer (FDP) würdigte den Einsatz der Jugendlichen, während Jürgen Fuchs (FWV) die Anlage als „einmalige Chance“ bezeichnete und Jessica Tatti (Linke) „Skaten als Ausdruck eines urbanen Lebensgefühls“.

Eine zwar „gute Planung“, die aber nicht am „richtigen Platz“ umgesetzt werden solle – so begründete WiR-Rat Jürgen Straub seine Ablehnung. Seine Kollegin Ute Beckmann warnte vor einer weiteren Zunahme des „Lärms“. Hintergrund: Ein Gutachten hatte die Überschreitung der für Sportstätten geltenden Grenzwerte ergeben. Das spielt allerdings keine Rolle, weil der Verkehr an der mehrspurigen Kreuzung noch lauter ist.

Als „extrem gelungen“ bezeichnete Rainer Löffler (CDU) die Planung und unstrittig sei eine zentrale Platzierung nötig. Dennoch lehne seine Fraktion die Anlage am vorgesehenen Standort ab. Dort müsse alles getan werden, um den Verkehrslärm durch den Scheibengipfeltunnel, ÖPNV-Ausbau und Radwegekonzept zu drücken. Die Skateanlage gefährde den Erfolg. Zudem könnte dort nach einer Verlegung des ZOB eine Wohnbebauung realisiert werden. Dann wiederum drohe ein weiteres Konfliktfeld.

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