Ein Jahr der Superlative

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Die geehrten und beförderten Mitglieder der Abteilung Stadtmitte der Feuerwehr Reutlingen.  Foto: 

Neben den Einsätzen zeigte die Abteilung großes Engagement, wie etwa die erfolgreiche Abnahme des Leistungsabzeichens in Silber von zwei Gruppen belegt. Auch einen Lehrgang zur patientenorientierten technischen Rettung nach Verkehrsunfällen wurde durchgeführt.

Die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte ergänzt regelmäßig den Löschzug der Berufsfeuerwehr und besetzt die Feuerwache in der Hauffstraße, um bei Folgeeinsätzen schnellstmöglich Hilfe leisten zu können. 2016 führte dies immerhin zu 29 Einsätzen, bei denen die Freiwilligen als erste am Einsatzort eintrafen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies bei den Folgeeinsätzen einen Anstieg um 100 Prozent. „Alle Achtung, dass ihr dieses Einsatzpensum mitmacht“, lobte Feuerwehrkommandant Harald Herrmann die „starke Truppe“.

Diese besteht derzeit aus 71 aktiven Feuerwehrleuten. Hinzu kommen 21 Mitglieder in der Altersabteilung, 17  Jugendfeuerwehrler sowie 23 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr. 2016 gab es zwei Übertritte zu den Aktiven.

Erstmals gefordert war die Abteilung Stadtmitte im vergangenen Jahr bereits in der Neujahrsnacht, als im Ringelbach kurz vor 5 Uhr mehrere Mülleimer brannten. Die Abteilung rückte mit zwei Fahrzeugen aus und löschte die vier Kleinbrände.

Fast jede dritte Alarmierung der Abteilung erfolgte durch automatische Brandmeldeanlagen. Bei zwei Einsätzen am Klinikum am Steinenberg zeigte sich, dass trotz zahlreicher Fehlalarme der Einsatz dieser Anlagen Schlimmeres verhindern kann.

Überlandhilfe bis nach Ulm

Einmal hatte auf dem Herd vergessenes Essen zu starker Rauchentwicklung im Personaltrakt geführt, bei einem weiteren Alarm über war ein Mülleimer angezündet worden. Aufgrund der zunächst unklaren Lage forderte der Einsatzleiter jeweils den zweiten Löschzug an.

Im April folgte ein Fahrzeugbrand in einer Tiefgarage in Rommelsbach, bei dem drei Feuerwehrleute nach einem Stromschlag zur Überwachung ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Dieser Einsatz zeigte, dass das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr eben nicht immer ungefährlich ist. Umso eindringlicher mahnte Kommandant Herrmann, die intensive Ausbildung fortzusetzen und „auch wenn es kritisch wird, den Kopf einzuschalten“. Mahnung müssten auch die tödlichen Einsätze in Schwäbisch Gmünd und Marne sein, bei denen zwei Feuerwehrleute verunglückten. „Das kann uns allen passieren, wenn wir ein Stück weit nachlässig werden“, sagte Herrmann. „Wir müssen den Respekt vor dem Feuer behalten und dürfen Befehle nie wegschieben.“

Zur Überlandhilfe rückte die Abteilung im Mai zu einem Großbrand nach Dettingen aus, dort brannte der Dachstuhl eines leerstehenden Fabrikgebäudes. Ende Mai galt es bei Hochwassern Sandsäcke und Gerät nach Ulm und Laupheim zu bringen.

Dies waren die ersten Vorboten auf den Juni, als nach Gewittern mit Starkregen Pfullingen überflutet wurde und die Echaz im Reutlinger Stadtgebiet über die Ufer trat. Der Wasserstand stieg dabei so schnell an, dass an der Lederstraße Menschen über die Drehleiter aus einem umspülten Gebäude gerettet werden mussten. Innerhalb der nächsten 16 Stunden war die Abteilung an 40 Einsatzstellen gefordert und half auch in Pfullingen.

Doch es war nicht der letzte Hochwassereinsatz für die Abteilung: Als Starkregen auch im Ermstal für schwere Schäden sorgte, war die Reutlinger Feuerwehr erneut mit dem Transport von Sandsäcken gefragt. Diese Logistikaufgaben übernimmt hauptsächlich die Abteilung Stadtmitte.

Aber auch Brandeinsätze forderten die Wehrleute: Im Juli waren bei der Firma Renz hunderte Tonnen Altpapier in Brand geraten, bei hohen Temperaturen waren vor allem die Atemschutzgeräteträger stark gefordert. Es folgten der Brand des alten Bahnhofes in Gönningen sowie zwei Wohnungsbrände in der Tübinger Straße.

Neue Drehleiter kommt

Auch bei der technischen Ausstattung hat sich viel getan: Die Abteilung wurden mit neuen Meldeempfängern ausgestattet, außerdem übernahm man das nur wenige Jahre alte Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug der Berufsfeuerwehr als Ersatz für ein in die Jahre gekommenes Fahrzeug. Die Abteilung erhielt zudem einen neuen Gerätewagen-Transport mit Ladekran. In diesem Jahr wird die Erneuerung weitergehen: So übernimmt die Abteilung die Drehleiter der Berufsfeuerwehr, auch die Beschaffung eines Wechsellader-Fahrzeugs ist geplant.

Joachim Stiegele wurde zum neuen Stellvertreter von Abteilungskommandant Christoph Haas gewählt, nachdem Markus Haid das Amt nach zehn Jahren abgab. „Ich freue mich schon auf das Amt“, sagte Stiegele.

Für langjährige Dienstzeit geehrt: Joachim Stiegele (15 Jahre), Christoph Haas, Aledin Hodzic (beide 20 Jahre), Michael Beck, Andreas Magdalinski (beide 25), Christian Wittel (30), Robert Almer, Roland Haid (beide 50), Eberhard Krohmer (55), Karl-Heinz Rau (60), Werner Böbel, Walter Weiblen (beide 65).

Beförderungen Als Feuerwehrmann-Anwärter verpflichtet wurden Amanda Takemura, Christopher Wendler, Ihno Raab und Pascal Herrle. Feuerwehrmann wurden Maria Koltsidou, Kay Häußler, Sascha Hick und Steven Brändle. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Carolin Häußler, Maximilian Krohmer, Martin Merz, Martina Maciejewski, Alexander Thomys und Fabian Wendler. Löschmeister ist jetzt Benjamin Stangl, Markus Häußer und Tobias Kreß wurden zu Hauptlöschmeistern befördert.

Für lückenlosen Dienstbesuch geehrt: Steven Brändle, Sebastian Heck, Tobias Maier, Lucas Mager (je 1 Jahr), Kay Häußler, Jean-Pierre Herrle (je 2), Björn Bulkowski, Robin Schmand (je 3), Stephan Riehle, Marcel Rometsch, Steffen Seitz, Alexander Thomys (alle 4), Carolin Häußler, Maximilian Krohmer, Johannes Merz, Fabian Wendler, Benjamin Haas, Alexander Sautter (alle 5), Benjamin Kaufmann, Joachim Stiegele (beide 6), Florian Launer, Manuel Mahnke, Sebastian Wieder (alle 7), Benjamin Stangl, Christian Wittel (beide 11), Christoph Haas (12), Michael Beck, Marcel Petersik (beide 14), Markus Haid (19), Egon Häußler (24), Wolfgang Popp (27).

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