Ein für Reutlingen einzigartiges Modell

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    Die Innenansicht der Jubilatekirche, die am kommenden Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Foto: 
  • Die Kirchenanlage von außen mit dem prägenden Glockenturm. 2/2
    Die Kirchenanlage von außen mit dem prägenden Glockenturm. Foto: 
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Sie ist architektonisch schon etwas Besonderes – auch wenn sie von außen etwas trutzig wirkt. Am kommenden Sonntag, im Kirchenkalender „Jubilate“ genannt, feiert die Jubilatekirche in Orschel-Hagen ihr 50-jähriges Bestehen.

Seit Anfang des Jahres steht die vom Stuttgarter Architekten Wolf Irion geplante Kirche mit Vorplatz, Glockenturm und den zugehörigen Grün- und Freiflächen in der Reutlinger Gartenstadt unter Denkmalschutz: Die Jubilatekirche verfüge als Grundform über einen von oben beleuchteten Zentralbau auf symmetrischen, sechseckigen Grundriss mit unterschiedlichen Seitenlängen. Der Raum werde, heißt es im Gutachten des Landesdenkmalamtes, „überdeckt von einem mächtigen Zeltdach über in Glas aufgelösten Außenwänden“. Die evangelische Jubilatekirche sei als „gelungener architektonischer Entwurf Kulturdenkmal aus wissenschaftlichen und künstlerischen, im Zusammenhang mit der Trabantenstadt Orschel-Hagen auch aus heimatgeschichtlichen Gründen“, stellt das Landesdenkmalamt fest.

„Wir hoffen, dass dies ein Geschenk zum 50-jährigen Bestehen des Gotteshauses ist, sagte im Pressegespräch Pfarrerin Annette Denneler, immerhin schon seit zwölf Jahren in der Jubilatekirchengemeinde tätig. Hinter Dennelers Aussage verbirgt sich ein ernster Hintergrund. 2005 hatte die Gesamtkirchengemeinde Reutlingen entschieden, sich von mehreren Kirchen, darunter auch der Jubilatekirche, zu trennen. Daraufhin gründete sich der Förderverein Jubilatekirche e.V., der sich bereit erklärte, die Kosten für den Erhalt und Unterhalt des Gotteshauses aufzubringen – ein für „Reutlingen einzigartiges Modell“, wie Annette Denneler betont. Derzeit zählt der Verein 136 Mitglieder, die rund 12000 Euro jährlich an Mitgliedsbeiträgen und Spenden aufbringen. Dazu kommen noch 8000 Euro an eingesparten Mesnerdiensten, da diese von 20 Ehrenamtlichen übernommen werden.

Geld, das auch dringend gebraucht wird. Beim großen Hagelsturm im Juli 2013 waren zwei der insgesamt sechs Dachflächen beschädigt worden. Derzeit laufen Gespräche mit dem Landesdenkmalamt., wie diese am besten saniert werden können. Die beim Bau verwendeten Schindeln gibt es nicht mehr: Es sei daher nicht auszuschließen, „dass wir alle sechs Dachflächen austauschen müssen“, befürchtet Martin Willmann als Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Die dafür anfallenden Kosten könnte der Förderverein nicht stemmen. Hier könnte sich, hoffen und Denneler, der Denkmalschutz segensreich auswirken, da es für die Gesamtkirchengemeinde jetzt schwieriger geworden ist, sich aus der Verantwortung zu ziehen.

Gefeiert wird am Sonntag, 7. Mai, ab 10 Uhr in einem Festgottesdienst mit Chören, Dekan Marcus Keinath hält die Predigt.

Weiter geht es um 11 Uhr mit einem Sektempfang auf dem Kirchhof. Neben mehreren Grußworten werden das Jubilate-Quiz aufgelöst und die Preise vergeben, zudem führt das Pfarrerteam einen Sketch auf. Danach beginnt das eigentliche Fest unter anderem mit Tombola, Fotoausstellung, Rückblick und Bilder aus 50 Jahren  und einem Kinderprogramm. Ab 12 Uhr gibt es Mittagessen, ab 13.30 Uhr Kaffee und Kuchen.

Der Festerlös fließt in die Instandhaltung der Jubilatekirche. rab

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