Ein eigenes Sprachrohr

1930 Fragebögen zum Thema „Jugendgemeinderat“ haben dessen Initiatoren an den Schulen verteilt. Der Rücklauf war „überragend“, sagen die, die die Auswertung am Freitag beim Aktionsforum vorstellen.

|
 Foto: 

Stefan Anders und Markus Hehn sind gespannt bis zum Gehtnichtmehr – und sie sind zuversichtlich. Denn die ersten Fragebögen, die sie in den vergangenen Tagen von den Pfullinger Schülern ausgefüllt zurückbekommen haben, verheißen Gutes. „Es scheint Interesse an einem Jugendgemeinderat da zu sein“, sagen die beiden. Nur: Wie groß das genau ist, das werden sie erst heute wissen, nachdem sie alle Antworten ausgewertet haben. Fünf straff durchgetaktete Arbeitsstunden haben Anders, Hehn und ihre Helfer dafür angesetzt. 60 Minuten pro 500 Bogen – mit einer Umfrage-Matrix müsste das zu schaffen sein, sind sie sich sicher. Und dass der Rücklauf der 1930 Listen, die an allen weiterführenden Schulen in der Echazstadt ausgelegt wurden, stark ist, das motiviert die jungen Männer noch zusätzlich.

Was sie dieser Tage an Erkenntnissen beim Durchsehen der Fragebögen gewonnen haben, das wollen die Initiatoren – neben Anders und Hehn sind das Malin Hagel, Timo Plankenhorn, Marvin Kühne, Felix Mayer, Felix Rall und Tobias Schwarz – am Freitag beim Aktionsforum im Paul-Gerhardt-Haus vorstellen. Start der Veranstaltung, zu der sie gemeinsam mit der Stadt einladen, ist um 17 Uhr. Sprechen werden dann die Vorsitzende des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte (JGR) in Baden-Württemberg, eine Vertreterin des Metzinger Gremiums, sowie Bürgermeister Michael Schrenk. Danach wird das Initiatoren-Team die Umfrage-Auswertung präsentieren, erläutern, wie ein Jugend-Rat in Pfullingen aussehen könnte und es wird auch noch Zeit für Fragen und Anregungen sein. Zusätzlich aufgepeppt wird die Veranstaltung durch einen Auftritt der Musikschul-Schlagzeuger.

Weil das Team sämtliche 90 Vereine, die Schulen und auch jede Menge andere Gruppen angeschrieben hat, rechnet es mit mindestens 100 Interessierten, die ins Paul-Gerhardt-Haus kommen. „Für so viele Besucher wird bestuhlt“, sagt Anders, der nicht ausschließen will, dass 150 oder mehr Leute zum Aktionsforum kommen.

Der Abend wird entscheidend für die Zukunft des Vorhabens sein. Sollte sich herausstellen, dass wider Erwarten kein Interesse an einem JGR besteht, dann wird das Team seine Arbeit einstellen. Sollten sich Kandidaten und Unterstützer finden, hat sich die Arbeit der letzten Monate gelohnt. Dann könnten die Jugendlichen in Pfullingen ein eigenes kommunalpolitisches Sprachrohr bekommen. Es würde eine Plattform entstehen, auf der sie ihre Vorstellungen einbringen könnten. Es könnte aber auch eine Gemeinschaft werden, die Jugendliche von verschiedenen Schulen und den Vereinen, Auszubildende genauso wie Studenten, bisher weniger in die Gesellschaft Integrierte und sozial Schwächere zusammenbringt. Sie sollen nicht nur einfach die Tagesordnungspunkte des „großen“ Gemeinderats abarbeiten, sondern die Kooperation unter den Schulen verbessern, Bindeglied zur Stadt sein, eigene Veranstaltungen stemmen.

Elf Jugendräte zwischen 13 und 20 Jahren sollen schon im Herbst in das Gremium gewählt werden – so zumindest hat das Initiatoren-Team es vorgesehen, das bereits eine Geschäfts- und eine Wahlordnung aufgestellt hat. Wobei sie, das betonen Anders und Hehn, dem JGR nur einen Leitfaden an die Hand geben möchten. Vorschriften gibt’s keine – die Jugendlichen sollen sich später selbst organisieren.

Die Idee für einen JGR hatten die heutigen Initiatoren schon vor einem Jahr. „Da haben wir für den Gemeinderat kandidiert, sind aber nicht gewählt worden“, erzählen der 19-Jährige Hehn, der gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr macht, und Anders, ein 33-jähriger Unternehmer. Nach der Kommunalwahl wollten die beiden sich weiter engagieren – weshalb ihnen die Gründung eines JGR in den Sinn kam. Dass die Junge Union im aktuellen Initiatoren-Team gut vertreten ist, liege allerdings nur daran, dass die JU die einzige Möglichkeit sei, sich als junger Mensch in Pfullingen politisch zu organisieren. „Der Jugendgemeinderat soll mit Parteipolitik nichts zu tun haben“, betonen Anders und Hehn mit Nachdruck. Und dass ihr Anliegen beim neuen Bürgermeister gut ankommt – auch das wissen sie zu schätzen. Michael Schrenk hat das Jugend-Gremium nicht nur im Wahlkampf zum Thema gemacht, er hat den Initiatoren auch gleich an seinem ersten Arbeitstag als Bürgermeister einen Termin eingeräumt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen