Ein Brand mit Folgen

Es mutete in Teilen bizarr an. Doch was die Strahlenschutzgruppen der Pfullinger und Dettinger Feuerwehren übten, war notwendig. Kommt doch selbst in Industrieanlagen radioaktives Material zum Einsatz.

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    Beim Anziehen der Schutzkleidung müssen mehrere Feuerwehrleute anpacken. Fotos: Jan Zawadil
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    Die Vorbereitungen für die Übungslöscharbeiten werden getroffen.
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Es erinnerte ansatzweise an die erschreckenden Bilder des Unglücksreaktors in Fukushima. In weiße Schutzanzüge gewandete und mit Strahlenmessgeräten ausgestattete Männer waren am Mittwochabend in der Hohe Straße unterwegs, um bei der jährlichen Übung der Strahlenschutzgruppen der Pfullinger und Dettinger Feuerwehr das angenommene Unglücksszenario zu betreten - beziehungsweise, um Verletzte oder Feuerwehrkollegen auf eine eventuelle Kontamination hin zu untersuchen.

Doch was letztlich so bedrohlich wirkte, war notwendig. Denn obwohl der nächstgelegene Kernreaktor im rund 80 Kilometer entfernten Neckarwestheim steht, wird in verschiedenen Produktionsbereichen der Industrie mit geringen Mengen radioaktiven Materials gearbeitet, um beispielsweise die Dichte von Stoffen zu messen. Weil das im Fall einer Verpuffung oder beim Brand einer Maschine freigesetzt werden könnte, gilt es auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, weshalb die Pfullinger und Dettinger Spezialeinheiten bereits seit mehreren Jahren die Abläufe gemeinsam üben. Und weil das Szenario in diesem Jahr in der Echazstadt angesiedelt war, bot sich die Übung in den leer stehenden Gebäuden der Baugenossenschaft in der Hohe Straße an. Angenommen, so Pfullingens Feuerwehrkommandant Dietmar Rall, wurde dabei eine Verpuffung im Produktionsbereich. Zudem, so das Szenario, wurde ein Arbeiter verletzt und musste von den Feuerwehrleuten geborgen werden.

Während die Helfer den Dummy problemlos bargen und auch der angenommene Brand schnell unter Kontrolle war, konzentrierte sich die eigentliche Übung deshalb fast schon auf die anschließenden Maßnahmen. Denn nicht nur, dass der Verletzte auf eine mögliche Strahleneinwirkung hin untersucht werden musste, auch das Rote Kreuz musste auf die vermeintlich prekäre Lage aufmerksam gemacht werden, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Dasselbe galt für die Feuerwehrleute. Sie mussten sich nach ihrem Einsatz ebenfalls einer genauen Überprüfung unterziehen lassen. Wobei nicht nur nach festgeschriebenen Regeln verfahren wurde. Die Einsatzkleidung wurde auch umgehend für die Dekontamination vorbereitet - auch das aber alles und glücklicherweise nur zu Übungszwecken.

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