Dringend notwendiger Hochwasserschutz

„Wir haben schon viel getan für den Hochwasserschutz, wir wissen, wo es fehlt – brauchen aber auch das Geld dafür“, sagte Arno Valin im Fachausschuss.

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Während das Flussbett der Echaz beim Betzinger Rathaus noch von den Anschwemmungen des letzten Hochwassers befreit wird, diskutierten Reutlinger Gemeinderäte im BVUA über den dringend notwendigen Hochwasserschutz.  Foto: 

Wenn die Gemeinderäte hinter den Maßnahmen zum Hochwasserschutz stehen, dann müssen sie auch jede Menge Geld und Personal dafür genehmigen, wie Arno Valin im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss (BVUA) betonte. „Eine eindrucksvolle Dokumentation“ hatte Reutlingens Tiefbauamtsleiter am Dienstagabend laut CDU-Ausschussmitglied Rainer Löffler vorgelegt. „Wir wissen, dass Sie die notwendigen Mittel und das Personal benötigen“, sagte der CDU-Fraktionschef. Die Unterstützung zur Bereitstellung der notwendigen Mittel signalisierte aber nicht er allein – auch alle anderen Fraktionen bekundeten die Notwendigkeit, die Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen.

Allerdings, fügte Susanne Müller (Grüne) an, habe die Stadt ja auch noch jede Menge andere, wichtige Aufgaben zu erledigen – deshalb sollte der Hochwasserschutz „so günstig wie möglich“ erledigt werden. Helmut Treutlein (SPD) verwies auf die Zunahme von Unwettern: „Was einst ein seltenes, hundertjähriges Ereignis war, trifft uns jetzt sehr häufig.“ Dabei forderte er auf, „die Maßnahmen in seiner Gesamtheit zu sehen und über die Grenzen der Stadt hinaus zu blicken“.

Ein Ansinnen, dem Regine Vohrer (FDP) ebenfalls vorbehaltlos zustimmte: „Es kann nicht sein, dass wir das Wasser möglichst schnell durch die Stadt durchleiten und andere Kommunen flussabwärts darunter leiden.“ Wannweil und Kirchentellinsfurt wären solche Kandidaten.

Allerdings sollten auch die Kommunen Echaz-aufwärts mit in die Planungen einbezogen werden: „Wie Oberbürgermeisterin Barbara Bosch schon verkündet hat, wird es ein Spitzengespräch mit den Bürgermeistern der dortigen Kommunen geben“, betonte Baubürgermeisterin Ulrike Hotz.

Als dringendste Maßnahmen (gerade auch im Hinblick auf das Unwetter vom 24. Juni) führte Valin den Ausbau der Echaz an der Wannweiler Straße an, aber auch einen Teilabbruch der VHS in Betzingen mitsamt Nachbargebäude. Der „Flaschenhals“ müsse beseitigt werden, weil sich bei jedem Unwetter dort das Wasser staut – und nun das Betzinger Rathaus extrem in Mitleidenschaft gezogen hat. Aber: Weitere Maßnahmen wie der naturnahe Ausbau des Areals der Gärtnerei Baisch und der „Grünanlage Echazinsel“ zu Überflutungsflächen seien ebenso notwendig wie ein größerer Durchlass unter der Brücke in der Hoffmannstraße. Der Betzinger Bezirksgemeinderat hat gestern Abend gesondert über das Thema beraten.

Ein weiterer sehr heikler Punkt, der laut Valin in anderen Reutlinger Teilgemeinden wie Rommelsbach, Degerschlacht und Sickenhausen enorme Probleme bereitet: Der Ausbau zu Grabensystemen, in denen das Regenwasser versickern oder abfließen kann, scheitert nach den Worten des Reutlinger Tiefbauamtsleiters allzu oft  am Grunderwerb: „Da kommen zum Teil kernige Forderungen wie etwa zwei Bauplätze im Gegenzug für 400 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche“, so Valin. „Die Stadt lässt sich aber nicht erpressen.“

Um an die notwendigen Flächen für den Hochwasserschutz zu kommen, bleibe schlussendlich nichts anderes übrig als die Enteignung. „Eigentum verpflichtet auch“, führte Erich Fritz als FWV-Ausschuss-Mitglied an. Ebenso wie die anderen Fraktionen habe auch er „gar kein Problem damit – schade ist nur, dass man mit der Keule der Enteignung kommen muss“, sagte Fritz. „Es kann nicht sein, dass Einzelinteressen über das Gemeinwohl siegen“, beteuerte auch Treutlein.

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