Dilettantisch gemacht

Zwei gefälschte 50-Euro-Scheine in Kneipen, um das Rückgeld zu kassieren. Das brachte einem Albaner eine Bewährungsstrafe ein.

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Dieser Tage beschäftigte ein Fall von Geldfälschung das Amtsgericht. Ein in Albanien lebender Mann kam mit der angeblichen Absicht eines Autokaufs nach Deutschland. Im Portemonnaie hatter er drei gefälschte 50-Euro-Scheine dabei. Diese versuchte er dann, in drei verschiedenen Kneipen in Reutlingen in Umlauf zu bringen, indem er kleine Geldbeträge für Getränke mit eben diesen gefälschten Scheinen bezahlte und dann das echte Wechselgeld einsteckte. In zwei Kneipen sei ihm das auch gelungen. Er kassierte Wechselgeld im Wert von etwa 88 Euro. Als er den Trick in einer dritten Gaststätte abziehen wollte, wurde er von der Polizei festgenommen, nachdem diese den letzten gefälschten Schein samt dem Wechselgeld im Geldbeutel des Angeklagten gefunden hatte. Alamiert wurde die Polizei von dem geschädigten Wirt einer anderen Kneipe, der den Schein als Fälschung entlarvte. Seit seiner Festnahme befand sich der Albaner in Untersuchungshaft.

Bei der Verhandlung wollte Richter Eberhard Hausch den Angeklagten eigentlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilen. Da aber seine Tat von Staatsanwalt Dr. Florian Fauser als "minderschwerer Fall" eingestuft wurde und der Angeklagte reumütig gestanden hatte, wurden ihm die fünf Monate, die er bereits in Untersuchungshaft abgesessen hatte, angerechnet und die Reststrafe als Bewährung verhängt. Es handle sich in diesem Fall, laut Fauser, nicht um organisierte und professionelle Geldwäscherei. Im Gegenteil: Die Fälschungen, die sich der Angeklagte aus Geldnot in Albanien beschafft hatte, seien "sehr dilettantisch". Zu den mildernden Umständen zählte auch, dass der Albaner in Deutschland keine Vorstrafen im Register hat.

Nichtsdestotrotz handelte der Angeklagte vorsätzlich und beschaffte sich absichtlich Falschgeld, um es in Deutschland gegen echtes Geld "einzutauschen". Aus diesem Grund sprach Richter Hausch noch zusätzliche Arbeitsauflagen aus, die der Mann im Falle eines weiteren Aufenthaltes in Deutschland verrichten müsse.

Da der Albaner aber "offensichtlich Arbeit scheut" und "lieber in Kneipen geht", so Richter Hausch, solle er "Deutschland verlassen" und zurück nach Albanien zu seiner Familie kehren. Halte sich der Angeklagte nämlich nicht an die Arbeitsauflagen in Deutschland, würde die Bewährung widerrufen und der Albaner wieder inhaftiert werden. Auch bei zukünftigen Einreisen nach Deutschland müsse der Straftäter schriftlich Bescheid geben.

Richter Hausch sagte, er hoffe, dass der Angeklagte seine "Lektion gelernt hat, ansonsten weiß er ja, wie der Weg weitergeht".

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