Die Umweltzone kommt

Laut Berechnungen des Regierungspräsidiums wird in der Weihenstraße in Eningen der Stickstoffdioxidgrenzwert deutlich überschritten. Der empfohlenen Umweltzone stimmte der Gemeinderat nun zu.

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Dicht an dicht reiht sich täglich der Verkehr auf der Weihenstraße. Foto: Mareike Manzke

49,4 Mikrogramm gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid pro Kubikmeter errechnete das Regierungspräsidium (RP) als Jahresmittelwert für die Weihenstraße. Damit wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm erheblich überschritten. Eine Umweltzone könnte, so das RP, den Wert auf 46,9 Mikrogramm reduzieren. Damit wird der Grenzwert allerdings immer noch nicht eingehalten werden können.

Als "schockierend" bezeichnete dies GAL-Gemeinderätin Annegret Romer. Auch die Feinstaubwerte könnten durch die Maßnahme von 25,1 auf 24,8 Mikrogramm gesenkt werden. Daher riet Rupert Klos vom Bauamt, der Empfehlung zu folgen. Die meisten Eninger würde es sowieso schon betreffen, da sie ohne die grüne Plakette nicht nach Reutlingen reinkämen, betonte er.

"Es wäre fatal, wenn Eningen sich als Ausweichmöglichkeit anbieten würde", stimmte Simone Büttner (GAL) mit Hinblick auf die Umweltzone in Reutlingen und die ebenfalls vorgeschlagene Erweiterung auf Pfullingen zu. Gleichzeitig fragte sie nach den Ausnahmen.

Es gebe eine Vielzahl von Möglichkeiten, entgegnete Klos. Über die Regelungen könnten sich Interessenten beim Landratsamt informieren. Wenn eine Nachrüstung technisch nicht möglich ist oder eine Ersatzbeschaffung wirtschaftlich nicht zumutbar ist oder gar die Existenz gefährden könnte, kann Fahrzeugen mit einer gelben Plakette eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

Dr. Joachim Sabieraj (CDU) stellte die Frage nach der Relevanz dieses Problems. Es gebe insgesamt 6550 Fahrzeuge in Eningen, von denen nur acht Prozent keine grüne Plakette hätten. Gerade im gewerblichen Bereich bestehe erheblicher Nachholbedarf, mahnte er. Er hoffe, dass oft genug kontrolliert werde, dass ein gewisser Druck da sei. Günter Neuhäuser (FWV) pochte aus gesundheitlichen Aspekten auf weitere Maßnahmen wie etwa eine Verkehrsverflüssigung. Es sei Gift, das sollte man ernst nehmen, betonte er. Als Alternative schlug Romer vor, noch bessere Bedingungen für Rad- und Busfahrer zu schaffen. Hans Armbruster (SPD) gab zu Bedenken, dass die Werte auf Berechnungen basierten und regte konkrete Messungen an.

Ernsthafte Bedenken gegen die Umweltzone äußerte Elke Ney (FWV): "Ich halte die Umweltzone für unsinnig und bin eher für andere Maßnahmen", konstatierte sie. Ihr Vorschlag war es, erst mal abzuwarten, ob durch die Ausweitung der Zone tatsächlich mehr Verkehr in Eningen auftrete. Später könne man immer noch beitreten. Sie heiße es nicht gut, dass rund 300 Fahrzeuginhaber Geld in die Hand nehmen müssten, die dieses wahrscheinlich sowieso nicht hätten, denn sonst hätten sie ein anderes Fahrzeug. Auch Wolfgang Dingler (FWV) sprach sich gegen die Einführung aus. Mit 16 Stimmen wurde der Antrag dennoch angenommen.

Bis die Schilder stehen, dürften einige Monate vergehen, es wird mit einer Übergangsfrist bis Ende 2014 gerechnet. Bis dahin bleibt Zeit, sich über Nachrüstung oder Ausnahmegenehmigungen zu informieren.

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