Die Suche nach dem warmen Herz

Macht Geld glücklich? Rund 60 Schülerinnen und Schüler des Pfullinger Friedrich-Schiller-Gymnasiums führten an zwei Abenden das musikalische Schauspiel "Das kalte Herz" in den Pfullinger Hallen auf.

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Musical-Aufführung am FSG: Kohlenmunkpeter mit Krone und Kohle, aber einem Herz aus Stein.  Foto: 

Seit einem dreiviertel Jahr laufen die Proben für das Schülermusical "Das kalte Herz" nach dem Märchen von Wilhelm Hauff. Insgesamt gut 60 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs und sieben büffeln seitdem Texte, feilen an Gesangs- und Tanzszenen, üben mit ihren Instrumenten und fiebern der Premiere entgegen.

Die ging nun am Dienstag in den voll besetzten Pfullinger Hallen über die Bühne und entführte das Publikum in die Welt des armen Jungen Kohlenmunkpeter (Florian Wilkening). Die zwölf Darsteller, die am folgenden Tag durch andere Schüler ersetzt wurden, erzählen in der Version von Eckhard Lenzing die Geschichte des armen Peter, ein Junge aus nicht gerade wohlhabendem Hause, der an seiner Armut sehr leidet. Ständig wird er von seinen Mitschülern ausgelacht und verspottet, und dann versagt er auch noch kläglich beim Tanz mit seiner Angebeteten Lisbeth (Ella Genterczewsky). Sein Traum: Endlich auch ein besseres Leben zu führen, in dem er so reich und angesehen ist wie der Amtmann, der Holzhändler Ezechiel und der reiche Bauer Hannes.

Da erinnert er sich an eine alte Sage, nach der das Glasmännlein Schatzhauser (Lukas Hauf) den Sonntagskindern drei Wünsche erfüllt. Also begibt sich Peter in den Tannenwald und macht sich auf die Suche nach dem Schatzhauser.

Er findet ihn, bekommt tatsächlich seinen Wunsch nach genügend Geld erfüllt und kann nun auch besser tanzen als sein Kontrahent Hannes. Doch das Glück währt nur für kurze Zeit und schon bald steht Peter wieder ohne Zaster da. Erneut sucht Peter den Schatzhauser auf, doch als der ihm seinen weiteren Wunsch nach Geld ausschlägt, wendet er sich an den Holländermichel (Sarah Steuer), der ihn zwar mit neuem Reichtum beschenkt, als Gegenleistung jedoch sein Herz gegen eines aus Stein eintauscht.

Doch damit verliert Peter auch seine Warmherzigkeit, seine Gier nach immer mehr Geld gipfelt letztlich darin, dass er seine Ehefrau Lisbeth ermordet. Erst jetzt kommt er zur Besinnung und macht sich abermals auf die Suche nach seinem wahren, warmen Herz.

In seiner größten Not erhört ihn erneut der Schatzhauser, lässt ihn wieder den einfachen Kohlenmunkpeter sein und gibt ihm Lisbeth zurück. Die von einigen Turbulenzen durchsetzte Geschichte wird begleitet von einem Mädchen- und Jungenchor sowie von einem 20-köpfigen Streicherorchester.

In der knapp einstündigen Produktion stellen vor allem die beiden Chöre und Lisbeth-Darstellerin Ella Genterczewsky ihr stimmliches Können unter Beweis. Erfrischend ist auch, dass die Musicalfassung des Hauffschen Märchens an einigen Stellen vom Original abweicht.

Natürlich spielt bei dem Projekt auch der pädagogische Effekt eine Rolle: So soll insbesondere das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeit der Schüler durch die Mitarbeit gestärkt werden. Eine weitere Bereicherung ergibt sich durch die Zusammenarbeit mit dem Schulorchester, das sich aus 14 Geigerinnen, fünf Violoncellistinnen, einem Viola-Spieler und einer Keyboard-Spielerin zusammensetzt.

Gefragt ist bei einer solch großen Schülerbeteiligung auch ein hohes Maß an organisatorischem Aufwand. Plakate müssen gestaltet, Kulissen aufgebaut und Probentermine koordiniert werden. Auch die Schülerinnen und Schüler selbst sind gefordert, in Bezug auf Engagement und Durchhaltevermögen. Schließlich müssen sie einiges an freier Zeit investieren und sich über einen längeren Zeitraum der Gemeinschaft unterordnen.

Das Ziel ist, eine Atmosphäre zu schaffen, die der Fantasie der kleinen und großen Musicalfans Raum lässt und dem Geist des Stückes gerecht wird. Das ist mit kleinen Abstrichen auch gelungen.

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