Die Biene macht den Honig

Zu "Honigschleudern mit dem Imker" kamen am dritten Tag der Sommerferien 19 Besucher ins Krabbeltierhaus des Umweltbildungszentrums Listhof und ließen sich von Bodo Kablau darüber informieren.

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Mit Holz-Rähmchen an der Schleuder. Bodo Kablau, der Mann in Weiß rechts, schaut zu.  Foto: 

Der persönlichen Initiative von Bodo Kablau, Vorstandsmitglied des Trägervereins UBZ Listhof, ist es zu verdanken, dass 19 Personen, darunter elf Kinder, fortan wissen, wie Bienenhonig zustande kommt. Zu "Honigschleudern mit dem Imker" hatte der Vorsitzende des Reutlinger Obst- und Gartenbauvereins in den Listhof, genauer gesagt in das dortige Krabbeltierhaus, eingeladen. Der seit zehn Jahren die Hobby-Imkerei betreibende Bienen-Sachverständige hatte eines seiner zwei Völker im Bienenstock mitgebracht.

Bevor es zum Höhepunkt der zwei Stunden währenden Veranstaltung, dem von den Kindern sehnsüchtig erwarteten Honigschleudern, kam, brachte Kablau zunächst vieles aus seinem profunden Wissen rund um das Thema Bienen zu Gehör. Um die Honigbiene mit ihrer Königin, den Nektar und Pollen einsammelnden weiblichen Arbeiterinnen und männlichen Drohnen, ihrem immensen Nutzen für Mensch und Natur sowie ihre beeindruckende Lebensweise im und außerhalb des Bienenstocks ging es. Und um die Inhaltsstoffe, laut Kablau "ein Haufen gutes Zeugs", im besonderen. Nach diesem theoretischen Teil ging es an die Arbeit. Ein von den Bienen reichlich bestücktes Rähmchen nach dem anderen dem Kasten entnommen, galt es zunächst die mit Honig gefüllten Waben von dem sie bedeckenden Wachs in mühsamer Handarbeit zu befreien. "Das geht aber schwer", meinte auch Lucas, der sich das "viel einfacher" vorgestellt hatte. Alle acht Holzrähmchen entsprechend vorbereitet, nahmen die in der vom Listhof neu angeschafften Honigschleuder Platz. Während es noch eine ganze Weile dauern sollte, bis der nicht nur von den Kindern sehnsüchtig erwartete Honig aus der Schleuder floss, führte Bodo Kablau seine Bienenfreunde zum schon seit etlichen Jahren bestehenden Listhof-Schaubienenkasten samt dessen Informationstafeln. Während er unter anderem auf die stets markierte Königin aufmerksam machte, verloren seine interessierten Zuhörer zunehmend die für ihn "völlig unnötige Angst vor den Bienen".

Zurück im Krabbeltierhaus, floss dann zähflüssiger Honig über ein Sieb in einen großen Eimer. "20 Kilogramm sind in einem guten Bienenjahr in einem Kasten drin", sagte Kablau und wies auf eines ganz besonders hin: "Kaufen Sie Honig vom Imker, nicht solchen, der mit aus EU-Ländern stammendem Honig gemischt ist. Der ist zwar etwas billiger als deutscher Bienenhonig, in den Ländern gibt es aber nicht die bei uns üblichen Gesetze für Pflanzenschutzmittel."

Am Ende der Veranstaltung im Umweltbildungszentrum ging es ans Probieren des zuvor geschleuderten Honigs. "Aus Hygienegründen" mit zuvor gewaschenen Händen und mit einem nach jedem Genuss aufs neue gewaschenen, eigenen Teelöffel. "Der beste Honig meines Lebens" oder "der schmeckt aber fantastisch" und "wann kann ich den am Listhof kaufen?" Die Begeisterung unter den Besuchern des Honigschleuderns kannte kaum Grenzen.

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