Die Basis kommunaler Infrastruktur

In der Eingangshalle des Rathauses ist eine Ausstellung zu den Modernisierungsarbeiten am Klärwerk West zu sehen. Die Anlage aus den 50er Jahren muss dringend auf den neuesten Stand gebracht werden.

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Prof. Heidrun Steinmetz, Universität Stuttgart, Vorsitzende der Bewertungskommission; Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz; Johann Flohr, Dr. Peter Baumann und Stefan Messerschmied von der Bietergemeinschaft Weber Ingenieure & SAG Ingenieure (von links) haben sich vor dem erstplatzierten Entwurf aufgestellt.  Foto: 

"Eine funktionierende Abwasserableitung und Abwasserreinigung ist die Grundvoraussetzung für eine moderne kommunale Infrastruktur", betonte Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Anlage aus den 50er Jahren muss modernisiert werden. Vor allem an der Schlammbehandlung und am Energienetz des Klärwerks in Reutlingen-Betzingen stehen umfangreiche Erneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen an.

Die ersten Teile der Anlage wurden in den 1950er Jahren gebaut. In den folgenden Jahren wurde das Werk nach und nach ausgebaut und erweitert. In den 1970er Jahren entstand die Schlammbehandlung in der jetzigen Form, Anfang der 1980er Jahre kam die große Erweiterung des abwassertechnischen Teils mit der mechanischen und biologischen Reinigung. Die Schlammbehandlung ist mittlerweile fast 40 Jahre alt und muss dringend erneuert werden. Ebenso sind große Teile des Energienetzes in die Jahre gekommen. Trafos stammen teilweise aus den 1960er Jahren.

Ziel der Stadtentwässerung Reutlingen (SER) ist, die anstehende Sanierung und Modernisierung der Schlammbehandlung und des Energienetzes mit einer zuverlässigen, innovativen, zukunftsweisenden und wirtschaftlichen Lösung umzusetzen. Die vorgesehenen Maßnahmen kosten voraussichtlich rund 15 Millionen Euro.

Nach der europaweiten Ausschreibung kamen für die Planung und Ausführung fünf Ingenieurbüros in die engere Wahl. Siegreich aus dem Wettbewerbsverfahren hervorgegangen ist die Bietergemeinschaft Weber Ingenieure, Pforzheim, und SAG Ingenieure, Ulm. "Echazabwärts" und "echazaufwärts", die beiden Konzepte der Bietergemeinschaft, basieren auf einer klaren Strukturierung der Anlagen, die unter anderem vorsieht, eine neue Gebläsestation zu errichten, die direkt der biologischen Reinigung zugeordnet ist. Dadurch sei auch eine energetische Optimierung möglich, lobte Prof. Heidrun Steinmetz von der Uni Stuttgart, die der Bewertungskommission vorsaß, "das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Arbeit". Alle Entwürfe sind bis Ende Juli in der Eingangshalle des Rathauses zu sehen.

"Trotz des gewaltigen Investitionsbedarfs lässt sich momentan abschätzen, dass die Abwassergebühr in den nächsten drei bis vier Jahren stabil bleiben wird", betonte die Erste Bürgermeisterin bei der Ausstellungseröffnung. Überhaupt seien die Kosten für die Reinigung des Schmutzwassers für die Verbraucher überschaubar: Eine vierköpfige Familie, rechnete die Baudezernentin vor, zahle dafür 300 Euro jährlich, während der Strombedarf ein Loch von immerhin rund 1600 Euro in die Kasse reiße.

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