DGB: Armutsfeste Alterrente sieht anders aus

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DGB-Vorsitzender Peter Fischer vom Bezirk Südwürttemberg sieht in der geplanten Zuschuss-Rente von Ministerin von der Leyen eine "unverfrorene Volks-Verdummungsaktion": "Im Namen der Wettbewerbsfähigkeit hat die Politik dafür gesorgt, dass Niedriglöhne sich ungehindert ausbreiten konnten. Mit Befristungen, Leiharbeit, Minijobs und weiteren Instrumenten wurde ein extremer Druck auf die Arbeitnehmereinkommen organisiert. Gleichzeitig wird ein gesetzlicher Mindestlohn verweigert. Es ist politisch gewollt, dass ein ausufernder Niedriglohnbereich entsteht. Dabei wird offensichtlich in Kauf genommen, dass Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können", entrüstet sich der DGB-Regio-Chef in einer Pressemitteilung.

"Seit Jahren weisen DGB und Gewerkschaften auf die tickende Zeitbombe Altersarmut hin. Nun stellt sich Frau von der Leyen hin und tut gerade so, als käme diese Entwicklung völlig überraschend. Mit ihrer Zuschuss-Rente lenkt sie vom eigentlichen Problem ab. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist ebenso politisch gewollt wie die Absenkung des Rentenniveaus von 51 auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns."

"Nach aufgestockten Minilöhnen werden nur wenige in den Genuss einer aufgestockten Mini-Rente kommen. Gerade diejenigen, die am ehesten eine Mini-Rente zu erwarten haben, bringen meist keine 35 Versicherungsjahre zusammen und können sich eine Riesterrente nicht leisten." Derartige Bedingungen stelle die Ministerin für die geplante Zuschuss-Rente. "Das ist zynisch und damit sollen wohl die Menschen für dumm verkauft werden", so Fischer. "Eine armutsfeste Altersrente sieht anders aus. Konsequent wäre, das Renteneintrittsalter nicht auf 67 hochzusetzen. Wenn das Rentenalter bei 65 Jahren bliebe, würde das 2029 die Rentenkasse nur mit einem halben Prozentpunkt belasten. Vor allem aber gilt: Nur auskömmliche Löhne ermöglichen auskömmliche Renten."

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