Des Bepperle isch klasse

Alle drei Modellprojekte "Gesunde Gemeinde im Landkreis Reutlingen" sind jetzt offiziell zertifiziert. Die Dynamik der Arbeitskreise und der Auftritt der Kommunen Hülben, Eningen und Hohenstein bewegte.

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Die Zertifizierung der drei Kommunen zur "Gesunden Gemeinde" war von La Ola-Wellen durchflutet. Moderator Dieter Baumann, die Bürgermeister Siegmund Ganser (Hülben), Jochen Zeller (Hohenstein) und die AK-Vorsitzende Dr. Barbara Dürr (Eningen) mit Mitstreitern und Landrat Thomas Reumann (von links) gaben sich am Freitagabend in der Eninger HAP-Grieshaber-Halle sportlich-dynamisch.  Foto: 

"Wenn das keine Bürgerbeteiligung ist!" Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter ließ sich durch die kecken Fragen von Langstreckenläufer und Comedian Dieter Baumann beim Festakt nicht aus der Spur bringen: "Gesundheit spielt sich nicht nur in Berlin, bei den Krankenkassen oder beim Arzt ab. Jeder trägt seinen Teil dazu bei."

"Des Bepperle isch klasse!", konterte Landrat Thomas Reumann, Vorsitzender der kommunalen Gesundheitskonferenz im Landkreis Reutlingen, die Spitzen des Moderators. Auf Reumanns "Mist" ist die Idee der Zertifizierung von Kommunen als "Gesunde Gemeinde" gewachsen. Aus der Not der medizinischen Daseinsversorgung heraus und dem Bewusstsein, dass Prävention auch ganz viel mit ureigenen kommunalpolitischen Interessen zu tun hat.

Von der Eigendynamik seiner drei Pilotgemeinden Hülben, Hohenstein und Eningen lässt sich Reumann immer wieder anstecken: "Aus den Arbeitskreisen sind ganz tolle Projekte entstanden - Respekt!" Für ihn bringt's "der Prozess hinter dem Bepperle" und eine Performance, die begeistert. Sozialministerin Altpeter ergänzt: "Es geht darum, Gesundheit im täglichen Leben zu haben, Bewegung als etwas ganz Elementares in den Alltag zu bringen. Nur dort, wo ich die Menschen kenne, wo man miteinander spricht, kann man sich gegenseitig mitnehmen. Durchs Machen und Dabeisein verändert sich etwas. Und wenn alle in ihrem Tempo weiter marschieren, kann was dabei herauskommen."

Die offizielle Verleihung der Zertifikate "Gesunde Gemeinde im Landkreis Reutlingen" in der Eninger HAP-Grieshaber-Halle war von La Ola-Wellen durchflutet. Die bekennenden Arbeitskreise hinter den ausgezeichneten Kommunen füllten die Bühne mit Strahlkraft. Die Hülbener Ballett-Mäuse in Tütü und klassisch zu Johann Strauss, Jazzdance und edler Indie-Pop begeisterten. Eninger Girlspower am Schlagzeug zwischen den "Brasskids" und der "Bläserklasse" und ein sexy Hüftschwung "Shubiduah - alles okay - das gehört zum Gesundheits-ABC" des Hohensteiner "Coolchors" waren Schlager des Abends.

"Für mich ist das eine ganz große Ehre hier zu sein", gestand Olympiasieger Dieter Baumann. Für ihn ist "Gesunde Gemeinde" auch "Sport - aber doch sehr viel mehr. Eben Aspekte wie Kultur, soziale Einrichtungen, Vereine und Arbeitswelt. Die Natur spielt eine zentrale Rolle. Dort, wo wir wohnen und uns wohlfühlen. Die Vernetzung und das Auf-den-Weg-bringen macht das Potenzial aus."

Selbstbewusst präsentierten sich die drei Pilotgemeinden: "Wir sind auf einem guten und interessanten Weg", erklärte der Vorsitzende des Hülbener Arbeitskreises, Bürgermeister Siegmund Ganser, "aber das waren wir auch schon vorher. Mit dem Zertifikat können wirs auf eine ganz andere Ebene heben."

"Mein Traum wäre, Verbindungen zu schaffen unter Beteiligten, die sich vorher gar nicht berührt haben. Wie im Schneeballsystem", bekannte Dr. Barbara Dürr. Der Arbeitskreis "Gesunde Gemeinde" in Eningen baut auf die Tradition des örtlichen "Gesundheitsforums" und inzwischen auf mehr als 300 Unterstützer.

"In Hohenstein konnte die hausärztliche Versorgung im letzten Jahr gesichert werden", zählte der dortige AK-Vorsitzende, Bürgermeister Jochen Zeller, die Errungenschaften des Zertifizierungs-Prozesses auf: "Wir haben uns als Gemeinde bewegt, Praxisräume gebaut und sind dabei, ein Gesundheitszentrum zu entwickeln. Das i-Tüpfelchen wird eine akademische Lehrpraxis sein. Das ist ein unheimlicher Gewinn für uns als kleine Gemeinde."

Einen besonderen Gag hatte Kabarettist Dieter Baumann in der Sporttasche. Den vom namenlosen Tankwart im giftgrünen Overall, aus dem kenianischen Bergdorf Niahuru: "Ich war auf Olympiavorbereitung - er auf dem Heimweg." Der eine auf über 2800 Höhenmetern am Trainingslimit, der andere ein Mensch, der Bewegung im Alltag ganz selbstverständlich mit einem freundschaftlichen Plauderstündchen verbindet.

Die Höhentour der ersten drei zertifizierten Gemeinden wird weiter gehen. Das Label "Gesunde Gemeinde im Landkreis Reutlingen" wird alle drei Jahren erneuert. Auf dieser Spur soll es eifrige Nachahmer geben.

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