Der Trend zum Kraxeln hat Folgen

Die Entscheidung für das Kletterzentrum war für die Reutlinger Sektion des Alpenvereins Gold wert - angesichts der wachsenden Mitgliederzahl.

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Manchem Flachlandtiroler wird es schon auf einem Stuhl schwindlig. Wer ins Kletterzentrum der Reutlinger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) kommt, möchte hingegen höher hinaus und mit Helm, Seil und Klettergeschirr möglichst bis unters Hallendach kommen. Der Trend zum Kraxeln hat dem hiesigen DAV dabei vor allem eines beschert: jede Menge neuer Mitglieder und Kletterwillige, die eine der zahlreichen Routen erklimmen wollen. Während sich die Mitgliederzahl seit Eröffnung des Kletterzentrums im Jahr 2010 von gut 4000 auf mehr als 8000 verdoppelte, ist es trotzdem die überwältigende Zahl der Nutzer, die die Macher bis heute überrascht. Denn: "Im Jahr der Eröffnung waren es 25.000, ein Jahr später schon 35.000 Nutzer", erklärte der Reutlinger DAV-Vorsitzende Helmut Kober während der Eröffnung der Erweiterung des Kletterzentrums am Freitagabend. Wobei es derzeit sogar mehr als 40 000 Gäste seien, die im Zentrum jährlich kraxeln - und das sogar noch ohne die 8000 Schüler, die im Rahmen des Sportunterrichts oder von AGs an den Wänden unterwegs seien.

Dementsprechend seien schon mal bis zu 200 Kletterer gleichzeitig auf der bisherigen Fläche unterwegs gewesen, so Kober weiter. Da hätten sich die Verantwortlichen Gedanken und teils auch Sorgen gemacht. Mit der jetzigen Erweiterung um 700 auf insgesamt 2000 Quadratmeter Kletterfläche gebe es eine Entspannung.

Trotzdem wurde mit dem jetzt 17 Meter hohen Anbau gleich noch eine Be- und Entlüftungsanlage realisiert, um den Magnesiumstaub in den Griff zu bekommen. Zudem wurde in der neuen sowie der alten Halle ein acht Zentimeter dicker Schaumstoffboden eingebaut, der mögliche Stürze abfedert.

Die Kosten von 1,2 Millionen Euro bewältigt die Reutlinger DAV-Sektion übrigens weitestgehend aus eigener Tasche. Zwar haben Stadt und Württembergischer Landesportbund jeweils 66.000 Euro sowie der DAV-Bundesverband 22.000 Euro zugeschossen. Trotzdem mussten die Reutlinger 200.000 Euro zunächst als Eigenanteil einbringen und den Rest in Form eines Darlehens abbezahlen. Das, so Kober weiter, werde jedoch aus dem laufenden Betrieb getilgt.

Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn erinnerte sich während der Einweihung des Anbaus nochmals an die Anfänge. Vor zehn Jahren sei es nämlich gewesen, als eine Kletterhalle Verwaltung und Verein erstmals beschäftigt habe.

Nachdem für den Anbau laut Architekt Albert List beispielsweise Außenelemente des bisherigen Baus wieder verwendet werden konnten und nun auch der Sanitärbereich erweitert ist, seien viele Oberflächen ganz bewusst in derber Optik gehalten. Denn: "Das passt zum schweißtreibenden Sport."

Dass Klettern in der Halle voll im Trend liege, erklärte Dieter Porsche vom DAV-Verbandsrat. Dementsprechend hätten sich die Mitgliederzahlen der Sektionen erhöht.

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